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TOP FLOP TREND KW 40

02.10.2015 – Top_Flop_Trend_HanitzschVon Heinz Klaus Mertes.

Bernd Raffelhüschen, der medienbekannte Freiburger Demoskopie-Professor, der seit 20 Jahren seinen Aufklärungskampf – mal wissenschaftlich mal populistisch – über die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der alternden Gesellschaft führt, ist immer noch für die Verbreitung unangenehmer Wahrheiten gut.

TOP
So zieht der Finanzwissenschaftler gegen den weithin propagierten Irrtum zu Felde, die Migrantenströme könnten quantitativ und qualitativ die demografisch verursachten Lücken in der Altersvorsorge hierzulande schließen. (siehe KÖPFE).

Das konzertierte Bemühen, die Zuwanderung nicht als Drama, sondern als Chance erscheinen zu lassen, ist konstruktiv. Der opportunen Verdrängung oder Nichtbeachtung von Daten und Fakten sollte aber gerade von der Wissenschaft begegnet werden. Der forsche Forscher tat`s diese Woche und fand Beachtung: TOP.

FLOP
Zugleich offenbarte sich der Finanzwissenschaftler etwas frustriert, weil Medien und Politik sich um die Ergebnisse seiner Disziplin immer weniger kümmerten. Den Verdruss ließ er jetzt bei einem seiner zahlreichen Vorträge heraus, für die er à la Steinbrück über eine Redneragentur besonders gern von der Finanzbranche gebucht wird. So diese Woche von der Sparda-Bank Hessen. Dabei schonte der Demoskopie-Altmeister auch sein saalweit ergrautes Publikum nicht, dem er rhetorisch adressierte, die Vergreisung der Gesellschaft würde mit einem Blick von seinem Vortragspult herab gut sichtbar.

Nun denn – Raffelhüschens ehedem blonder Lockenkopf – er wird am kommenden Dienstag 58 Jahre alt – hat sich inzwischen ebenfalls in zeitgemäßes schickes Seniorengrau gewandelt. So sollte sein Träger auf solche rhethorischen Bühnengags doch vielleicht besser verzichten. Sie könnten als Aufbäumen vor dem Schlussapplaus verstanden werden. Das wäre bei diesem so verdienten akademisch-demografischen Rufer wirklich schade. Wäre FLOP.

TREND ist in der Tat, dass die wissenschaftlichen Institute und Programme, die seit den 80er Jahren im vergangenen Jahrhundert dank öffentlicher und privater Förderbudgets emporgesprossen sind – auch die Versicherungswirtschaft hat sich hier als Dauersponsor verdient gemacht – inzwischen neuer Erkenntnisgewinn etwas ausgeht. Es ist die Eigentümlichkeit demografischer Entwicklungen, dass ihr Verlauf langfristig unveränderlich programmiert ist – und das Meiste dazu schon gesagt. Wiederholung kann leicht ermüden. Taten statt Worte wären Wachmacher. Aber welche könnten das sein? Ihr generatives Verhalten lassen sich Menschen nicht vorschreiben.

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