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SZ: “Erpresser, Banker, Prominente”

24.03.2014 – szlogoDas Schweizer Institut Sarasin, das reiche Investoren für fragwürdige Fonds warb, erhielt eine ominöse E-Mail. Mutmaßliche Kriminelle wollten offenbar Schweigegeld. Sollten Deals zulasten des deutschen Fiskus vertuscht werden, fragt Klaus Ott heute auf Seite 26 (nicht online) der Süddeutschen Zeitung.

Am 2. Mai 2011, einem Montag, ging um 10.35 Uhr im Schweizer Bankhaus Sarasin eine – nun ja – sehr spezielle Mail ein. Es ging um einen in der langen Geschichte des 1841 gegründeten Instituts vermutlich einmaligen Vorfall: Erpressung. Ein dem Institut wohlgesinnter Jurist schickte eine „Güte- und Vertraulichkeitsvereinbarung“. Die „andere Seite“, gemeint waren mutmaßliche Kriminelle, solle sich „ernst genommen“ fühlen und „keinen weiteren Erpressungsversuch“ starten. Der Entwurf für das Schweige-Abkommen sah Zahlungen in Höhe von 1,2 Mio. Euro vor. Die Erpressung wäre eigentlich eine Sache für den Staatsanwalt gewesen, doch den wollte am Stammsitz von Sarasin in Basel damals offenbar niemand im Hause haben. Weder Eric Sarasin aus der Bankiers-Familie, die dem Geldhaus seinen Namen gab, noch andere Manager, die auf der Verteilerliste der Mail standen. Sollte seinerzeit vermieden werden, dass Ermittler sich das Institut und seine Geschäfte mal genauer anschauen? Erst in diesem Jahr hat Sarasin in der Schweiz Strafanzeige wegen Erpressung erstattet. [...]

Das traditionsreiche Institut aus der Schweiz, das fünf Niederlassungen in Deutschland betreibt, hat jahrelang Kapitalanleger für Fonds aus Luxemburg akquiriert, darunter Prominente wie den mit der Schauspielerin Veronica Ferres liierten Carsten Maschmeyer, der mit dem umstrittenen Finanzvertrieb AWD reich geworden war.

Maschmeyer hat zuletzt 40 Mio. Euro in einen dieser Fonds gesteckt, nur einen Teil davon zurückbekommen, und will sein Geld vollständig wiederhaben. (VWheute berichtete).
Doch Sarasin wehrt sich und weist die Anschuldigungen als „falsch und verleumderisch“ zurück. [...] Und die vermeintliche Erpressung durch Finanzberater? Im Umfeld der Bank ist zu hören, es sei gedroht worden, prominente Investoren an die Öffentlichkeit zu zerren. Nur deshalb habe die Bank nicht sofort Strafanzeige erstattet. Sarasin selbst betont, die Vorwürfe seien auf „Entscheidungen und Handlungen zurückzuführen“, zu deren Zeitpunkt man noch einen anderen Mehrheitseigner gehabt habe. Heute heißt die Bank J. Safra Sarasin AG.

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