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Schaden der Woche: Streit um Milliarden-Schatz

11.12.2015 – kanonen_schatzschif_dpaDer Fund des spanischen Schatzschiffes “San José” gilt als größte archäologische Sensation. Das Schiff war am 8. Juni 1708 vor den Islas del Rosario gesunken. Dabei vermuten die Archäologen etwa elf Millionen Goldmünzen und fast 200 Tonnen Smaragde. Den Gegenwert schätzen die Experten von einer halben Milliarde bis etwa 17 Mrd. US-Dollar (460 Mio. bis 16 Mrd. Euro). Nun melden mehrere Staaten und Firmen ihre Ansprüche darauf an.

So wertet die kolumbianische Regierung das Schiffswrack zwar als Kulturerbe der Menschheit – Ansprüche anderer Länder oder Firmen lehnt Staatspräsident Juan Manuel Santos hingegen ab. “Nein, meine Herren, das ist Eigentum der Kolumbianer”, wird der Politiker im Nachrichtenmagazin Spiegel Online zitiert. Allerdings sei er sich der Verantwortung für den Fund bewusst: “Es ist ein archäologischer, kultureller und historischer Schatz, den wir selbstverständlich mit dem Rest der Menschheit teilen werden”, ergänzt Santos.

Allerdings meldeten auch Spanien sowie das US-Unternehmen Sea Search Amada (SSA) ihre Ansprüche auf den vermuteten Schatz an. Dabei stützt sich die spanische Regierung auf den UNESCO-Konvention über den Schutz von Gütern auf dem Meeresgrund. Demnach gehöhren gesunkene Kriegsschiffe dem Staat ihrer Herkunft. Kolumbien hat diese Konvention hingegen nach eigenen Angaben nicht unterschrieben.

Das private Archäologie-Unternehmen SSA beansprucht hingegen die Hälfte des Gewinns. Dessen Anwalt Danilo Denis beruft sich dabei auf ein Urteil des Obersten Gercishthifs in Kolumbien von 2007, wonach der Teil des Schatzes, der nicht zum kolumbianischen Kulturerbe zähle, mit dem US-Unternehmen zu teilen sei. Auch Peru könnte gar Ansprüche erheben, berichtet Spiegel Online weiter. Der Grund: Die vermuteten Münzen an Bord sollen demnach aus Gold stammen, was die einstigen spanischen Kolonialherren aus dem damaligen Vizekönigreich Peru nach Spanien transportieren wollten.

Fest steht allerdings nur: Welche Ladung sich auf dem Schiff befindet, ist noch völlig unklar. Ob und wann die Ladung überhaupt geborgen werden kann, ist ebenfalls noch unklar. Fest steht nur, dass solche Projekte Jahre dauern. (vwh/td)

Link: Schiffswrack “San José” vor Kolumbien: Milliardenschatz, Milliardenstreit

Bild: Kanonen des versunkenen spanischen Schatzschiffes “San José” (Quelle: dpa)

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