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Schaden der Woche: Flasche leer – Konto voll

19.06.2015 – flaschen_pixelioDas Sammeln von Pfandflaschen scheint ein lukratives Geschäftsmodell zu sein, wenn es nach den Recherchen des Wirtschaftsmagazins Capital geht. Das Problem dabei: durch eine Regelung im Pfandsystem entsteht dem Steuerzahler ein Schaden von 40 Mio. Euro – pro Jahr. Allein in Berlin sollen demnach ganze Clans das Geschäft mit den Einwegpfandflaschen professionalisiert haben.

Das Prinzip: Bei jedem Kauf einer Einwegflasche Wasser werden 25 Cent Pfand berechnet. Diese erhält der Käufer bei der Rückgabe wieder zurück. Dabei wird die Mehrwertsteuer hier nicht berechnet. Im Großhandel hingegen werden 30 Cent Pfand berechnet – allerdings mehrwertsteuerpflichtig, so die Capital. Wer also nun seine Flasche im Einzelhandel kauft und im Großhandel abgibt, macht fünf Cent Gewinn – und zwar legal. Denn der Händler ist verpflichtet, jede Einwegpfandflasche anzunehmen – ganz gleich, wo sie gekauft wurde.

Wer also diese Modell im großen Stil betreibt, könne satte Gewinne machen, berichtet das Wirtschaftsmagazin weiter. “70 bis 80 Prozent aller zurückgenommenen Einwegflaschen stammen mittlerweile aus dem Einzelhandel”, wird ein Berliner Metro-Mitarbeiter in der Capital zitiert. Teilweise kämen Leergutlieferungen mit bis zu 5.000 Flaschen – und das mehrmals täglich.

Das Bundesfinanzministerium sieht sich hingegen nicht in der Verantwortung und schiebt den schwarzen Peter der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG) zu. Dieser sei das Prinzip nicht bekannt gewesen, sagte Geschäftsführerin Verena Böttcher gegenüber der Capital. (vwh/td)

Link: Flasche leer

Bildquelle: Erich Westendarp / pixelio.de

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