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Risiko von Unterdeckung und Niedrigzins: Atomriesen bestehen Stresstest

12.10.2015 – Die Lage soll geschönt sein und trotzdem kommt ein Gutachten zum Ergebnis, dass die Risiken für die Atomkonzerne deren Annahmen deutlich überschreiten. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wiegelt ab: “Die Vermögenswerte der Unternehmen decken in Summe die Finanzierung des Rückbaus der Kernkraftwerke und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle ab.”

Die Süddeutsche Zeitung geht heute ins Detail, was der Rückbau der 23 Atomkraftwerke an Folgekosten für Eon, RWE, EnBW und Vattenfall bedeuten: Beim derzeitigen Preisniveau gehen die Gutachter von insgesamt 47,5 Milliarden Euro Kosten aus, das meiste für den Rückbau der AKW. Bei einer Inflation von 1,6 bis zwei Prozent würden diese Kosten über die Jahre auf 78 Milliarden Euro wachsen – und auf 182 Milliarden Euro, wenn man zusätzliche Kostenrisiken einkalkuliert. „Das Risiko, dass über die Gesamtdauer der Entsorgung bis zum Jahr 2099 eine Unterdeckung eintritt“, so schreiben die Gutachter weit hinten, liege „deutlich über 25 Prozent.”

Tatsächlich stehen in den Büchern der Konzerne rund 39 Mrd. Euro. Zudem würden die Konzerne im Schnitt eine Verzinsung von 4,58 Prozent annehmen. In Zeiten niedrigster Zinsen äußerst optimistisch.

Und dennoch: Experten hegen Zweifel an den Zahlen: „Dieser Test ist eine einzige Beschönigung“, sagt Wolfgang Irrek von der Hochschule Ruhr West. Er kritisiert den Schluss der Gutachter, dass der Stresstest grundsätzlich bestanden sei. (vwh/ku)

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