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Millionen Karteileichen bei der Riester-Rente und neuer Nahles-Vorstoß

13.06.2016 – Akte_Martin Moritz_pixelioFür rund vier Millionen Riester-Verträge zahlt der Bund überhaupt keine Förderung, meldet der Tagesspiegel am Sonntag. Auch Schusseligkeit und Unkenntnis der Versicherten werden hier als Gründe angeführt. Doch nach Schätzungen des Bundesarbeitsministeriums ruhen rund 20 Prozent der Riesterverträge. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) nimmt indes das Heft in die Hand.

Andrea Nahles will jetzt ein Gesamtkonzept erarbeiten und hat dazu laut Handelsblatt Gewerkschaften, Arbeitgeber, Sozialverbände und Wissenschaftler zu drei Arbeitsgruppensitzungen eingeladen. Auf der Einladung stehen demnach Deutsche Gewerkschaftsbund, der Arbeitgeberverband BDA, die Regierungsfraktionen, die Deutsche Rentenversicherung und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Auch Bert Rürup oder des Chefs des Sozialbeirats, Gert G. Wagner, sollen mit ihrer Expertise beitragen.

Jüngst waren CSU-Chef Horst Seehofer, SPD-Chef Sigmar Gabriel sowie die CDU-Experten Peter Weiß und Eva Welskop-Deffaa Ideen zur Rente vorgeprescht. Eine Baustelle ist die Riester-Rente.

Bei aktuell knapp 16,5 Mio. Riester-Verträgen summiert sich die Zahl der Karteileichen demnach auf weit mehr als drei Millionen, meldet der Tagesspiegel am Sonntag. Der Sparer zahlt hier nichts mehr ein, darf aber die bisher erhaltenen Zulagen behalten. Für 12,3 Millionen der insgesamt 16,5 Millionen Verträge in 2015 sind laut Bundesarbeitsministerium überhaupt erst die Zulagen beantragt – für Bewertungen der Stiftung Warentest und des BdV das entscheidende Renditeargument.

Ein Sprecher des BMAS erklärt gegenüber dem Tagesspiegel, dass Zulagen bis zu zwei Jahre im Nachhinein beantragt werden können und daher das Bild für 2015 noch nicht aussagekräftig sei. Doch der Blick auf das bereits konsolidierte 2011 ergibt, dass von 15,4 Millionen Verträgen ebenfalls vier Millionen – endgültig – ohne Förderung geblieben sind. (vwh/ku)

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