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Leben nach dem Tod

12.10.2015 – “Im 115. Lebensjahr von uns gegangen”, hebt die Welt am Sonntag an, um ihren Abgesang auf die Lebensversicherung anzustimmen. “Die Police wird beerdigt”, so der Tenor. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung differenziert das aus: “Die Lebensversicherung ist tot – es lebe die Lebensversicherung.”

Dass der Höchstrechnungszinssatz – der Donnerknall, mit dem dessen Ende verkündet wurde, hallt noch bis in die großen Sonntagszeitungen – von der Branche ohnehin vor allem als Verkaufsargument genutzt wurde, stellt der Euro am Sonntag fest.

“Auf Sparer warten unbequeme Zeiten” prognostiziert die Welt am Sonntag umgehend. Sie geht noch weiter: “Damit die mit dem Garantiezins aufgewachsenen Altkunden weiter ihre drei und vier Prozent bekommen, müssen Neukunden in Zukunft auf jede Zusage verzichten”. Die Aufforderungen der Finanzaufsicht, so die Autoren Anne Kunz und Karsten Seibel, neue Wege zu gehen und andere Produkte anzubieten, verhallten. “Mit der Abschaffung des Garantiezinses spricht der Gesetzgeber quasi ein finales Machtwort.” Die Prognose: Altersvorsorge werde jetzt viel unübersichtlicher.

Thomas Klemm
fürchtet indes in seinem Kommentar für die FAS, das vor allem kleine Versicherer nach dem Ende des Garantiezinses vom Markt verschwinden. Er bemerkt, dass Versicherer künftig selbst entscheiden dürfen, ob sie einen Garantiezins versprechen. Ein Szenario in seinen Augen: “Und sie könnten sich darin zu übertreffen versuchen, wer den höchsten Garantiezins anbietet.” Allerdings könnten diesen Wettbewerb nur die kapitalstarken, großen Konzerne eingehen. Sein Fazit zu Leben nach dem Tod: “Die neue Epoche wird für Versicherer und Versicherte eine ganz schöne Herausforderung.” (vwh/ku)

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