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Kliniken wollen AOK-Krankenhausnavigator stoppen

14.10.2013 – Spiegel_KW 42Zwei Kliniken wollen die Qualitätsvergleiche im AOK-Krankenhausnavigator stoppen. Das berichtet jetzt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner heutigen Ausgabe. Das St. Andreas Hospital in Eschweiler will sich vor dem Sozialgericht Berlin gegen die Bewertungsmethode wehren. Die Kreisklinik Waldbröl zieht vor das Landgericht Köln. Die AOK befürchtet nach Angaben des Spiegel, dass sie schlimmstenfalls ihren Internetvergleich abschalten muss.

Die Klagen seien für die gesamte Branche „bedeutsam”, schreibt das Blatt. Die Qualitätsunterschiede der Kliniken in Deutschland machten „nicht nur Patienten, sondern auch den Politikern Kopfzerbrechen”. Selbst bei den Koalitionsverhandlungen spiele das Thema eine Rolle. Der Qualitätsreport 2012 attestiere auf 244 Seiten zwar den Krankenhäusern eine insgesamt „gute Leistung”. Allerdings gebe es „eine bedenkliche Zahl von Ausreißern nah unten”.

Der Chef der Gummersbacher Kliniken und Vizepräsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Joachim Finklenburg sagt zu der Klage: „Ich bin kein Einzelkämpfer, ich mache das stellvertretend für die Krankenhäuser bundesweit. In einem Rundschreiben weist er dem Bericht des Spiegel nach darauf hin, dass er Anfang November ein Rechtsgutachten zur Verfügung stellen wolle, das „weitere klageinteressierte Krankenhäuser” nutzen können. In dem AOK-Vergleich schnitten die beiden bereits klagenden Kliniken „nicht einmal schlecht ab”, schreibt das Nachrichtenmagazin. Dem Klinikchef geht es ums Prinzip. 2005 habe ein Gesetz die Krankenhäuser verpflichtet, regelmäßig zu überprüfen, wie gut ihre Patienten versorgt werden. Allerdings, die Internet-Bewertungen der AOK reichten „weit darüber hinaus”. Die regierungsamtliche Qualitätsmessung untersuche nur die Dauer des Krankenhausaufenthalts. Ob ein Patient allerdings beispielsweise nach einer Hüftoperation mit Komplikationen wieder eingeliefert werden muss, lasse sich daraus nicht ablesen. Um diese Rückfallquoten zu bestimmen, so der Spiegel, lasse die AOK die anonymisierten Abrechnungsdaten ihrer Versicherten auswerten. Vor allem gegen dieses Vorgehen wehrten sich die Krankenhäuser.

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