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Im Schwitzkasten von Medien und Politik

02.05.2016 – Screenshot_maybrit illner_ vom 28. April 2016 - maybrit illner - ZDFmediathek - ZDF MediatMedienkommentar von Heinz Klaus Mertes. Die Medienwelle um die Altersvorsorge in Deutschland – befeuert und befördert zum Polarisierungsthema Nummer eins auf der Climax bis zur nächsten Bundestagswahl – rollt weiter. Nach der ARD begab sich am Donnertag das ZDF mit Maybritt Illner in die nationale Talk-Arena. An Versicherungsrepräsentanz fehlte es dieses Mal nicht. Die Meinungsfront aber ist hart.

Während das Erste in seiner Runde über die düstere Rentenzukunft auf die Kompetenz aus den Reihen der privaten Lebensversicherer verzichtet hatte, reagierte man im ZDF auf die Kommentarkritik in VWheute (“Mittendrin, aber nicht dabei”). In der Runde diskutierte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise mit (siehe KÖPFE) und schlug mit seiner sachlichen, aber engagierten Experten-Tonalität informative Breschen in die aufgeheizte Überschrift:”Länger schuften, mehr vorsorgen – und im Alter trotzdem arm!”

An dem Befund zusätzlicher Vorsorge in Anbetracht demografischen Auszehrung der gesetzlichen Rentenversicherung gab es kein Rütteln. Doch die Förderung der privaten Vorsorge à la Riester ging unter in der Argumentationskanonade im Studio. Wortführer der unvermeidliche, aber verbandsseitig durchaus auch geschäftstüchtige Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten (“Die Versicherungskunden bekommen weniger, dafür geht es den Versicherungen gut”) wurde ideologisch flankiert von der linken Talk-Amazone Sahra Wagenknecht: “Die gesetzliche Rente wurde bewusst kaputt gemacht, damit die Versicherungen verdienen.”

Wichtiger als solche Studiorhetorik ist die mediale Follow up-Stimmung, die durch solche TV-Kanzelreden ausgelöst wird und zur monochromen Meinungswucht eskaliert. So nicht nur die Bild-Schlagzeile anderntags über das Riestern: “Wer nur Mist im Bauchladen hat, kann nur Mist verkaufen.” Dass solche Schlagzeilen dann den Shitstorms in den so genannten sozialen Medien die Richtung geben, liegt auf der Hand.

Mediale und politischer Mehrheitstrend: Die Reform der Altersvorsorge wird kommen, weil sie kommen muss. Die Versicherer müssen dicke und harte Bretter bohren, um mit neuen Konzepten privater Altersvorsorge aus der defensiven Riester-Ecke herauszukommen. Und zwar solche, die für sich alleine stehen und sich durchsetzen mit Leistungsversprechen die finanzielle Lebensplanung insgesamt transparent und sicher machen. Mit gesetzlich geförderter Begleitung wird sie nach politischer und medialer Lage dabei zum wenigsten rechnen können. Am ehesten noch in Verbindung in Verbindung mit der betrieblichen Altersversorgung. Doch auch die ist im Schwitzkasten einer noch nicht ausgegorenen Reformdebatte. (hkm)

Bild: Screenshot ZDF-Mediathek

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