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Griechenland: Banken zu, Kapitalverkehr kontrolliert

29.06.2015 – Geldautomato_fotoliaWas die SZ heute recht neutral an Nachricht an Schlagzeile auf den Titel bringt, (“Griechenland schließt seine Banken”) bedeutet allen Kalmierungen zum Trotz eine Erschütterung des Euro-Raums. Durch die drohende Staatspleite und einen potenziellen Grexit hat sich die Krise in Griechenland nun dramatisch zu einer Krise im  auf den Finanzmärkten zugespitzt. Bundesaußenminister Steinmeier wies im Bericht aus Berlin gestern Abend die Schuld in vollem Umfang der griechischen Regierung zu.

Wie verbohrt bis fanatisch die griechische Haltung ist, bewies gestern Abend der Tsirpas-Berater in Jauchs ARD-Talk, der alles niederredete und darüberhinaus noch weismachen wollte, der griechische Kurs ziele auf eine monetäre Befreiung ganz Europas. Mit dem Plan, ein Referendum über das Spar- und Reformpaket der Geldgeber abzuhalten, begibt sich der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras in eine Sackgasse. Damit droht Athen die Zahlungsunfähigkeit – auch ein Euro-Austritt Griechenlands gilt somit zumindest als wahrscheinlich. An den Bankautomaten des Landes gab es bereits am Samstag lange Schlangen. Allein an diesem Tag haben die Menschen bereits mindestens eine Mrd. Euro von den Konten abgehoben, berichtet Zeit Online.

Am Sonntagabend entschied sich sodann die griechische Regierung für drastische Maßnahmen, um einen Zusammenbruch des eigenen Finanzsystems zu verhindern. In Finanzkreisen hieß es, dass außer Kapitalverkehrskontrollen auch der Handel an der Athener Börse ausgesetzt werden solle.

Derweil läuft das internationale Krisenmanagement auf Hochtouren. So hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für heute Mittag ein Sondertreffen mit den Bundestagsparteien einberufen, berichtet der Nachrichtensender N-TV. Dabei wolle sie die Partei- und Fraktionschefs über die aktuelle Entwicklungen unterrichten.

Allerdings steht die Kanzlerin zunehmend in der Kritik: Deren Euro-Strategie führe nicht zu einem “wettbewerbsfähigen Europa”, sondern vielmehr zu “Frust und Zynismus”, schreibt das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Freude dürfte also beim heutigen Festakt zum 70jährigen Bestehen der CDU im Berliner E-Werk nicht aufkommen. Vielmehr wird Merkel “nicht umhin kommen, in ihrer Festrede auf das griechische Drama einzugehen”, schreibt das Nachrichtenmagazin weiter.

In den Politik- und Finanzmetropolen laufen jedenfalls die Drähte heiß angesichts des Dramas um Athen, berichtet das Handelsblatt. Die Europäische Zentralbank (EZB) gewährt zwar weiter die Notkredite an die griechischen Banken. Allerdings werde der bisherige Kreditrahmen von 90 Mrd. Euro nicht erhöht, schreibt tagesschau.de.

Deutschland könnten die Folgen einer griechischen Pleite durchaus teuer zu stehen kommen. Auf 87 Mrd. Euro beziffert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) den möglichen Verlust – vorausgesetzt allerdings, Griechenland behält den Euro.

Ob Staatspleite, Börsencrash oder Parallelwährung – die politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen werden in den kommenden Tagen das Geschehen in Europa weiter in Atem halten. (vwh/td)

Link: Liveblog von Spiegel Online zu Griechenland

Bild: fotolia

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