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Griechenland-Deal: Kampf um Deutungshoheit

14.07.2015 – Herakles by_Rike_pixelio.deDas “Diktat aus Brüssel” titelt das Handelsblatt. “Tsipras gibt nach” schreibt die Süddeutsche Zeitung. Es werden Verlierer und Gewinner der Einigung gesucht. Die deutsche Presse ist skeptisch – bezüglich Tsipras’ Reformwillen, der deutschen Rolle als Bad Cop und der Suche nach verlorengegangenen Vertrauen.

In der Süddeutschen Zeitung beschreibt Christiane Schlötzer das Rettungspaket als “ein außerordentliches Wagnis. Der Weg, den die Regierungschefs der Euro-Staaten nun vorgezeichnet haben, um ihr schwächstes Mitglied nicht ins Bodenlose fallen zu lassen, enthält viele Stolperfallen. Es ist keineswegs sicher, dass der griechische Premier Alexis Tsipras all die Etappenziele erreicht, die in diesem Marathonlauf noch auf der Strecke liegen.”

Hans-Jürgen Jakobs vom Handelsblatt kommentiert wie das Ergebnis zu Stande kam: “In den fünf Jahren griechischer Ambulanzpolitik waren die jüngsten 16 Stunden mit Alexis Tsipras der längste, hässlichste, verworrenste Rettungsakt. Das System ist damit an ein Ende gekommen. Die Akteure haben in einen Abgrund geschaut, in den sie das nächste Mal fallen, wenn sie nicht das Muster der Krisenbewältigung ändern.”

In ihrer heutigen Ausgabe beleuchtet die FAZ auch den akademischen Streit unter amerikanischen Forschern und deutschen Ökonomen. Für DIW-Präsident Marcel Fratscher und den Freiburger Finanzwissenschaftler Lars Feld sei es verfrüht, die Einigung als ein Erfolg anzusehen. Ferner kritisierten sie den von den US-Ökonomen unterstützten Twitter-Hashtag #ThisIsACoup (Das ist ein Putsch). “Man muss sich schon fragen, ob Krugman und Stiglitz verstanden haben, wie Europa konstruiert ist”, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates Christoph Schmidt. (vwh/dg)

Bild: Herakles (Quelle: Rike / pixelio.de)

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