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FAZ: Was will Josef Ackermann uns sagen?

02.09.2013 – Eine Woche nach dem Freitod des Zurich Finanzvorstands Pierre Wauthier erkennt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in der Rücktritterklärung von Zurich Verwaltungsratspräsident Josef Ackermann mehr Fragen als Antworten und lässt die von ihr identifizierten “Merkwürdigkeiten” in den Formulierungen wissenschaftlich untersuchen.

Ackermann stellt einen Bezug zum Selbstmord her, mit einer Erklärung, wie sie vorher noch nie zu hören war, berichtet die FAZ. „Präzise, klar, unglaublich massiv – ein Donnerschlag“, urteilt Professor Ulrich Oevermann, der die Methode der „objektiven Hermeneutik“ entwickelt hat, mit der Texte jeder Herkunft methodisch kontrolliert ausgewertet werden. Sein erstes Urteil über Ackermanns Mitteilung: Die Botschaft steckt voller Merkwürdigkeiten. Irritierend findet der Wissenschaftler, dass Ackermann hier privates und berufliches miteinander vermenge und so der Spekulation Tür und Tor öffne.

Unterdesse hat sich auch Zurich Konzernchef Martin Senn ungewöhnlich offen über den Selbstmord und den Rücktritt Ackermanns geäußert. In der Neuen Züricher Zeitung am Sonntag (NZZ) sagte Senn: “Der Tod von Pierre Wauthier und der Rücktritt von Joe Ackermann haben den sehr guten Ruf der Zurich beeinträchtigt, das ist gar keine Frage. Der Rücktritt war der persönliche Entscheid von Herrn Ackermann, das müssen wir akzeptieren. Ich arbeite jetzt daran, dass wir diesen Reputationsverlust, diese Wolke, die sich über das Unternehmen gelegt hat, wieder wegblasen können. Die Zurich geniesst weiterhin einen grossartigen Ruf, aber er ist etwas getrübter. Ich bin überzeugt, dass wir aus dieser Situation hinauskommen werden. Ein Lichtblick ist, dass wir aus der ganzen Welt unzählige Sympathiebekundungen für Pierre Wauthier, für unser Unternehmen und unsere Mitarbeitenden erhalten haben.”

Hier der Wortlaut der ackermann’schen Rücktrittserklärung:

„Der unerwartete Tod Pierre Wauthiers hat mich zutiefst erschüttert“. „Ich habe Grund zur Annahme, dass die Familie meint, ich solle meinen Teil der Verantwortung hierfür tragen, ungeachtet dessen, wie unbegründet dies objektiv betrachtet auch sein mag. Daher sehe ich eine weitere erfolgreiche Führung des Verwaltungsrates zum Wohle der Zurich in Frage gestellt. Um jegliche Rufschädigung zu Lasten von Zurich zu vermeiden, habe ich beschlossen, von allen meinen Funktionen im Verwaltungsrat mit sofortiger Wirkung zurückzutreten.“

Links: Rücktritt mit Fragezeichen, Zurich-Konzernchef im Interview mit der NZZ

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