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Ergo: Aufarbeitung der Sex-Party “nicht mehr sinnvoll”

13.06.2016 – Vor fünf Jahren bezifferte die Ergo allein den Imageschaden der Budapest-Reise auf 50 Millionen Euro. Man wollte auch die genauen Verluste durch den Abgang des Werbepartners Jürgen Klopp nachreichen. Fünf Jahre später, vier Wochen vor Prozessauftakt ist in Düsseldorf offenbar “kein noch ins Gewicht fallender kompensationsfähiger Schaden im Strafverfahren zu berücksichtigen”.

“Der Reputationsschaden ist schwerlich bezifferbar”, bestätigt Unternehmenssprecherin Uta Apel gegenüber dem Handelsblatt. Auch wenn der einst Geschädigte – die Ergo – nicht mehr will, die Staatsanwaltschaft besteht auf dem Prozess. 2011 hatte das Unternehmen allein den Imageschaden auf 50 Mio. Euro beziffert – die ebenso teure Werbekampagne durch den Sex-Skandal “neutralisiert und entwertet”. Darüber hinaus bedeuteten auch die Aufwendungen für die Prostituierten im Rahmen der Incentive-Reise von bis zu 50.000 Euro einen Verstoß gegen die Einkaufs- und Vergaberichtlinie.

Als im vergangenen Jahr die Staatsanwaltschaft Fahrt aufnahm, blieben lediglich 52.000 Euro Schadenssumme übrig. Das Handelsblatt führt ein Schreiben einer Ergo-Anwältin aus dem vergangenen Oktober an, in dem eine strafrechtliche Aufarbeitung “nicht mehr sinnvoll” erscheine. Zwei von drei Angeklagten weigerten sich indes, den Freispruch zweiter Klasse anzunehmen – Bedingung dafür, dass auf einen Prozess tatsächlich verzichtet werden kann. Details der Lustreise nach Budapest werden jetzt wohl doch öffentlich verhandelt.

Markus Rieß, der Vorstandsvorsitzende der Ergo Gruppe, der auch für Compliance verantwortlich ist, hatte sich Anfang Juni bei der Vorstellung der neuen Strategie zum Thema nicht äußern wollen. (vwh/ku)

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