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Erdogans Scheinboom am Bosporus

19.08.2015 – istanbul-hagia-sophia-150Die Türkei – einst hochgehandelter Beitrittskandidat der Europäischen Union – durchlebt aktuell politisch und wirtschaftlich unruhige Zeiten. Nach den gescheiterten Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung, steht Präsident Recep Tayyip Erdoğan nun im Zugzwang. Beobachter gehen davon aus, dass es im Herbst Neuwahlen gibt.

Laut Zeitplan muss das Problem bis kommenden Sonntag gelöst sein, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Sollte bis dahin keine neue Regierung stehen, müssen sich die vier im Parlament vertretenen Parteien in einer weiteren Übergangsregierung arrangieren.

Dabei leidet das Land am Bosporus gleich unter drei Baustellen: Konsumschwäche, Reformstau und Misstrauen. Diese stehen noch immer für Erdogans Scheinboom, von dem sich noch immer viele Wähler täuschen lassen. So wirkt die Türkei plötzlich nicht mehr wie ein Ruhepol in einer Region von Krisen und Kriegen, sondern wie ein weiteres Problem. “Das Bauchgefühl stimmt einfach nicht mehr”, sagt ein deutsche Investor. Die Folge: Kapital aus dem Ausland bleibt weg.

Die Experten der Allianz Global Corporate & Specialty sahen im türkischen Versicherungsmarkt bislang mehr Chancen als Risiken. “Es besteht eine hohe Nachfrage nach Versicherungslösungen in einem noch jungen, aufstrebenden Markt”, sagte unlängst Karolina Vogelpohl, Regional Manager Financial Lines Nordic and CEE der AGCS im Exklusiv-Interview mit VWheute. Wenn allerdings das Import-Export-Geschäft rückläufig sei, “dann ist dies auch im Versicherungsmarkt spürbar”. (vwh/td)

Link: Türkei: Auftrag zu Regierungsbildung könnte bei Erdogan landen

Bild: Hagia Sophia – ruhender Pol in wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeiten (Quelle: Brüggemann / pixelio.de)

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