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Schäubles Abend: Ceterum censeo…

30.11.2015 – Schaeuble_64064195_dpaEinen zitierträchtigen Abgang gönnte sich Günther Jauch gestern Abend mit einem Solo-Talk exklusiv mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Wobei dessen politisches Schwergewicht über die Ressortgrenzen weit hinausreicht. Zuletzt in der Flüchtlingsfrage antipodisch zur Kanzlerin eingestuft. So war Spannung angesagt hinsichtlich des „Ceterum censeo“ dieses gestrengen Nestors zur Lage der Nation.

Neuralgische Nervenstellen gibt es da ja genug, wie die große Koalition über ihre inneren Spannungen hinweg beim Regieren in jetzt auch noch beginnenden Kriegszeiten Kurs ihren Kurs finden wird.

Die Stichworte:

Haushalt: Die Null der Neuverschuldung soll stehen, proklamiert Schäuble. Doch relativierende Beisätze signalisieren: Die Null hat weiche Knie bekommen.

Euro: Hier fällt Schäubles in der griechischen Krise so betonhartes Ceterum censeo weiterhin noch unverändert aus – zumindest verbal. Nur schimmerte auch durch: Nicht nur die Griechen merken, dass die Deutschen durch jetzt andere Sorgen abgelenkt – und sie nutzen das, sich innerhalb der Vereinbarungen etwas frei zu strampeln. Zunder hatte  es im neuen Spiegel von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz gegeben, als er Schäuble als schädliche „Reizfigur“ klassifiziert hatte. Hier gab es den einzigen rhetorischen Vernichtungsschlag in der an diesem Abend insgesamt durchgehaltenen staatsmännischen Tonalität des Altgedienten.

Flüchtlinge: Das Wort Lawine, das die Vertreter der Willkommenspolitik so verstörte wie das Krisenmanagement des Kanzleramtes, nahm Schäuble zurück. Spätestens hier wurde klar, dass der Fahrensmann – seit 1972 im Bundestag – alles vermeiden wollte, was als Kursunterschied zu Merkel verstanden werden könnte. „Ich bin loyal“, betonte der wichtigste Mann im Kabinett Merkel und bescheinigte ihr zunehmendes Vorankommen in der internationalen Regie der Flüchtlingsfrage. Schäuble in verbaler Anlehnung: “Wir werden es meistern“.

Wohlstand: Reformen und Veränderungen gIngen meistens am besten voran in Krisen. Von Versicherung und Vorsorge war in dem 75 Minuten-Talk nicht die Rede.

Insgesamt:
Die Newsernte und das aktuelle Zitierecho des gestrigen Sonntagabends war nicht so füllig wie erwartet. Die Betrachtung der Politik und welche Haltung sie erfordert, indes dürfte nachhaltig sein. Übrigens, Schäuble dementierte nicht, in der nächsten Legislatur noch einmal mit von der Partie zu sein. Good News dann doch für die Versicherer; denn die haben eine Menge an ihm. (hkm)

Bild: dpa

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