Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Belgisches Krankenhaus lehnt Facebook-Spenderniere ab

13.08.2015 – BZGA_Organspende_MLanz_Dialysepatienten finden Spendernieren verstärkt über soziale Netzwerke. Trotz Organmangels ist die Suchmethode in einigen Staaten verboten, das wecke Ängste vor einem Organhandel durch die Hintertür. Andere Länder sind liberaler, schreibt die Neue Zürcher Zeitung.

Transplantierte Nieren werden überwiegend von Hirntoten benutzt, können aber auch von Lebendspendern stammen. Je nach Land müssen Patienten zwischen zwei und sechs Jahren auf ihre neue Niere warten. Der Mangel an Spenderorganen ist für viele Wartende tödlich. Patienten denken sich daher unkonventionelle Suchmethoden aus.

Ein Belgier findet einen passenden Spender über Facebook, das Krankenhaus in Leuven lehnt die Transplantation aus ethischen Gründen aber ab. Man halte es Patienten auf der Warteliste gegenüber für unfair, wenn diejenigen schneller ein Organ bekämen, die sich und ihr Leid in Text und Foto anrührender vermarkten könnten, begründet die ärztliche Direktion des Leuvener Universitätskrankenhauses die Entscheidung.

In Belgien befürchtet man, dass die Transplantation einer Facebook-Niere dem verbotenen Organhandel ein Hintertürchen öffnen könnte. In der Schweiz wäre so ein Fall rechtlich möglich. Eine Kontaktaufnahme via soziale Netzwerke sei gleichbedeutend wie jene durch eine Kirchenzeitung, betont Franz Immer, Geschäftsführer von Swisstransplant, der für Organvermittlung zuständigen Organisation.

Auch Uwe Heemann, Nephrologe am Klinikum Rechts der Isar in München, würde eine Facebook-Niere verpflanzen, wenn er dürfte. In Deutschland ist eine solche Transplantation gesetzlich verboten. Nur enge Verwandte und langjährige Freunde kommen als Lebendspender infrage.

Heemann weiß, dass Spender aus sozialen Netzwerken den eklatanten Organmangel nicht ersetzten, aber als Arzt müsse man sich für die Rettung jedes Einzelnen einsetzen.

Bild: Prominente, darunter Markus Lanz, werben für die Organspende. (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten