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Autonomes Fahren: Ethische Fragen und Haftungsrisiken

12.01.2015 – Autonomes_Fahren_BMWAlexander Vollert, Vorstandschef der Allianz Versicherungs AG, ist skeptisch, ob es in Zukunft vollkommen selbstfahrende Autos überhaupt geben wird. Gegenüber dem Focus erklärte er, dass nach den jetzt geltenden Regelungen – festgelegt im Wiener Abkommen von 1968 – Autofahrer in der Lage sein müssten, ihr Auto ständig zu beherrschen. Vollautomatische Fahrzeuge würden laut BMW-Forscher Werner Huber ein Umdenken zur Rechtslage erfordern.

Im letzten Jahr habe ein Ausschuss der UN die Konvention ergänzt. Danach seien Systeme zulässig, mit denen ein Auto autonom fahre, wenn diese der Fahrer jederzeit stoppen könnte. Daraus folgert Allianz-Manager Vollert, dass ein automatisiertes Fahrzeug nur mit einem gültigen Führerschein gefahren werden dürfte. Vollert zeigt sich aber sicher, dass die Allianz auch für selbstfahrende Autos adäquaten Versicherungsschutz bei veränderter Risikoeinschätzung anbieten werde. Das Risiko verlagere sich allerdings vom Autofahrer hin zum Entwickler.

“Wir müssen darüber nachdenken, wie wir uns gegen Produkthaftungsansprüche absichern”, erklärt Werner Huber, Teamleiter für Fahrerassistenz bei BMW in der aktuellen Wirtschaftswoche. Denn die heute klare Rechtslage wäre passé, wenn Hersteller vollautomatische Fahrzeuge womöglich ohne Gaspedal und Lenkrad anbieten.

Was auch zu bedenken sein wird, bringt der Hamburger Rechtsphilosoph Reinhard Merkel auf den Punkt: “Software ist so zu programmieren, dass sie den geringsten Nachteil, die geringste Verletzung wählt.” Derart Fragen kommen zur Betrachtung bei unvermeidbaren Unfällen. Aber, schränkt er ebenfalls in der Wirtschaftswoche ein: “Eine Abwägung, ob ein Leben mehr oder weniger wert ist, ist nicht erlaubt.” (wo/vwh)

Bildquelle: BMW

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