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Ablehnung einer BU-Police führt zum HIS-Eintrag

06.04.2016 – Unterschrift Vertrag by_Alexander Klaus_pixelio.deDie vielfach als “Schufa der Versicherungen” betitelte HIS-Datenbank soll der Branche helfen, dem Versicherungsmissbrauch zu begegnen. Dass sie gleichzeitig von Datenschützern und Verbrauchern mit Misstrauen beobachtet wird, schrieb bereits die Value. Nun deckt das Handelsblatt einen neuen Fall auf: Ein Kunde holt sich ein Angebot für eine BU-Police und entscheidet sich dagegen. Daraufhin übertrug die Versicherung seine Daten an HIS.

Der betroffene Kunde wandte sich an den Datenschützer Walter Krämer, der wiederum eine Verfügung erlassen hatte, nach der dieser Datensatz gelöscht werden muss. “Die Ablehnung eines Versicherungsvertrages darf niemals zu einer Einmeldung führen,” wird Krämer im Handelsblatt der heutigen Ausgabe zitiert. Sonst könnten Konzerne ihre Kunden ja erpressen: Wer nicht unterschreibe, lande auf der schwarzen Liste.

Ursprünglich ist diese “schwarze Liste” aus der Uniwagnis-Datei des GDV entstanden, die in ihrer Grundstruktur seit 1993 existiert. Durch unwahre und betrügerische Angaben entsteht der Branche nach GDV-Schätzungen jährlich ein Schaden von rund vier Mrd. Euro. Das “Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft” (kurz HIS) soll den Versicherern helfen, dem Versicherungsmissbrauch zu begegnen.

Theoretisch sollen die Versicherer den Kunden bereits beim Abschluss einer Police über das HIS-System informieren. In der Praxis wird dieser Verweis entweder verschwiegen oder geht in der Flut von Vertragsinformationen unter. Wer in den Augen der Versicherer ein potenzieller Betrüger ist oder hohe Risiken vorweist, landet auf der Liste. Für die Betroffenen hat das Folgen: Wer auf der Liste steht, hat es schwerer, überhaupt noch eine bezahlbare Versicherung zu finden.

Krämers Verfügung ist inzwischen bestandskräftig, wurde also vom HIS-Betreiber akzeptiert. Beim Betreiber handelt es sich um die “Informa HIS GmbH” (Informa), ein Unternehmen aus dem Bertelsmann-Reich. Laut Handelsblatt wollte sich der GDV zu dem Fall nicht äußern und verwies auf den HIS-Betreiber. Der betonte in einer Stellungnahme, die Datenspeicherung sei vollkommen korrekt abgelaufen. (vwh/dg)

bestellen_vwhLink: Ausführlicher Report “Auf der schwarzen Liste der Versicherer”, in Value 03/15 (Einzelbeitrag)

 

Bildquelle: Alexander Klaus / pixelio.de

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