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Zurich: Kaum Schäden und Umsatz, dafür viel gespart

10.02.2017 – Mario Greco - ZurichDie Zurich hat das abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem deutlichen Gewinnsprung abgeschlossen. So stieg der Reingewinn um 74 Prozent auf 3,211 Mrd. US-Dollar (2015: 1,842 Mrd.). Besonders erfolgreich war das Schlussquartal mit einem Gewinnsprung um 167 Prozent auf 1,128 Mrd. Euro (2015: 422 Mio.). Die Zurich führt dies auf das konzerneigene Sparprogramm zurück.

Der Schweizer Versicherer hat seine Problemsparte, das Großkundengeschäft in der Schadenversicherung, wohl wieder zurück in die Spur setzen können. Auch das angekündigte Sparprogramm zur Senkung der Betriebskosten um 300 Mio. US-Dollar wurde eingehalten. Darüber hinaus habe die Zurich nach eigenen Angaben erhebliche Mittelzuflüsse erwirtschaftet. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr 17 Franken (knapp 16 Euro) Dividende je Aktie erhalten.

Greco hält beim Stellenabbau Wort

Auch beim angekündigten Stellenabbau hat Konzernchef Mario Greco bislang Wort gehalten. So hatte die Zurich erst kürzlich angekündigt, allein in Großbritannien insgesamt 240 Stellen – allen voran im Innendienst streichen zu wollen. Anfang Januar 2017 wurde bekannt, dass auch in der Schweiz selbst 123 Stellen abgebaut werden sollen. Das erklärte Ziel: künftig auf Tätigkeiten verzichten, die keinen ersichtlichen Mehrwert für die Kundschaft generierten.

Über die weiteren Pläne zum Stellenabbau bis 2019 wollte sich Greco bislang jedoch nicht konkret äußern. Allerdings gebe es mit der mit der angehenden Digitalisierung der Welt kaum Spielraum für Zuwächse beim Personalbestand. Am Umsatz selbst hat sich der konsequente Kurs des Italieners bislang noch nicht bemerkbar gemacht. So sank dieser im Vergleich zu 2015 geringfügig um 0,1 Prozent auf 67,923 Mrd. US-Dollar (2015: 67,988 Mrd.).

In der Schadensparte legte die Zurich mit einem Gewinn um 182 Prozent auf 2,4 Mrd. US-Dollar (2015: 864 Mio.) zu. Die Bruttoprämien und Policengebühren gingen zudem um 0,9 Mrd. auf 33,1 Mrd. US-Dollar zurück. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote sank im abgelaufenen Geschäftsjahr von 103,6 auf 98,4 Prozent. In der Lebensparte (Global Life) fiel der Gewinnanstieg mit drei Prozent auf 1,344 Mrd. US-Dollar (2015: 1,300 Mrd.) hingegen deutlich moderater aus. Den Anstieg begründete die Zurich vor allem mit dem Wachstum in Europa, dem Nahen Osten, Afrika, Asien und Lateinamerika zurück. Auch Farmers verzeichnete ein positives Geschäftsjahr mit einem Gewinnanstieg von neun Prozent auf 1,520 Mrd. US-Dollar (2015: 1,421 Mrd.).

Analysten haben mehr erwartet

Der Zurich-Aktie brachten die Neuigkeiten keinen Auftrieb – im Gegenteil. Am Nachmittag lag die Papiere mit 1,7 Prozent leicht im Minus. Experten haben angesichts der geringen Katastrophenschäden mit einem besseren Abschneiden gerechnet und die US-Tochter Farmers habe ihr Gewinnplus nur einem Sondereffekt zu verdanken, so der Tenor an der Börse. Trotz des Minus am Donnerstag gehört das Papier mit einem Plus von knapp 40 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten zu den stärksten Schweizer Titeln. 2015 hatte Zurich einen herben Gewinneinbruch erlitten. Die geplante milliardenschwere Übernahme des britischen Konkurrenten RSA platzte. Konzernchef Greco, der vom italienischen Versicherer Generali, konnte dem Geschäftsverlauf nach, das Ruder herumreißen.

“Wir sind mit dem Geschäftsergebnis für 2016 sehr zufrieden. Sowohl das Lebensversicherungsgeschäft als auch Farmers sind weiter erfreulich gewachsen, während wir im Schadenversicherungsgeschäft in allen Regionen stärkere zugrundeliegende Leistungen sehen. Wir haben unsere Ziele hinsichtlich der Höhe der Rückführung von Cash an die Gruppe übertroffen und den Unternehmensbereich Operations effizienter aufgestellt. Dies hat es uns ermöglicht, die Betriebskosten wie angekündigt um 300 Mio. US-Dollar zu senken. Zurich hat erhebliche Mittelzuflüsse erwirtschaftet. Wir konnten unsere starke Kapitalbasis bewahren”, kommentierte Greco die Geschäftsbilanz 2016. (vwh/td/dg)

Bild: Mario Greco, Vorstandschef der Zurich (Quelle: Zurich)

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