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Weltweite Studie: Jeder Dritte bei Insurtech versichert

14.09.2017 – Digital_Fotolia_92690281Experten streiten sich, wie stark Insurtechs den Markt aufmischen. Fest steht: Trotz ihrer jungen Geschichte lassen sich 31,4 Prozent der weltweiten Kunden dort versichern – entweder ausschließlich oder kombiniert mit den traditionellen Anbietern. Das ist eines der Ergebnisse des Capgemini World Insurance Reports 2017, der über 8.000 Versicherungskunden in 21 Märkten und 100 Führungskräfte befragte. Details liegen VWheute exklusiv vor.

Als Gründe für die wachsende Beliebtheit nennen die Teilnehmer der Studie das gute Preis-Leistungs-Verhältnis sowie den schnellen und effizienten Service. Besonders für technikaffine Verbraucher und die Generation Y sind Insurtechs attraktiv. Diese zwei Kundensegmente sind für den Versicherungsmarkt sehr wertvoll, da sie grundsätzlich eher bereit sind, zusätzliche Versicherungsprodukte einzukaufen. Das macht sie zu einer wichtigen Quelle für weitere Einnahmen. Nichtsdestotrotz tendiert gerade diese Zielgruppe auch dazu, in Versicherungsangelegenheiten dem Anbieter gegenüber wenig loyal zu sein.

Laut Report sind die Kunden noch nicht bereit, sich vollkommen von ihren traditionellen Versicherern zu lösen: Vor allem Sicherheit und Betrugsschutz (45,9 Prozent), Markenwiedererkennung (43,7 Prozent) und die persönliche Interaktion (41,6 Prozent) gelten weiterhin als starke Domänen der klassischen Versicherungsunternehmen. Auch genießen sie mit 39,8 Prozent gegenüber 26,3 Prozent bei Insurtechs weiterhin größeres Vertrauen bei Verbrauchern.

Auf Seiten der Versicherer ist man sich einig: die komplementären Stärken der Versicherer und die der Insuretechs liefern einen stichhaltigen Grund für Zusammenarbeit. Tatsächlich geht eine große Mehrheit (75 Prozent) der über 100 interviewten Führungskräfte davon aus, dass sie mittels der Fähigkeit der Insurtechs die Bedürfnisse ihrer Kunden besser bedienen können. Und mehr als die Hälfte (52,7%) gibt auch zu, bei der Entwicklung personalisierter Produkte von den Insurtech-Fähigkeiten zu profitieren. “Die Versicherer lernen, Blockaden wie veraltete Systeme und papierbasierte Prozesse zu lösen. Im Umkehrschluss können Insurtechs mit Hilfe der Versicherer Startschwierigkeiten wie hohe Akquisitionskosten überwinden oder Erfahrungsdefizite beim Risikomanagement ausgleichen”, sagt Uwe Korte, Leiter Business & Technology Versicherungen bei Capgemini Deutschland.

Der World Insurance Report 2017 rät Versicherern, Innovationsinvestitionen auf Basis einer synergetischen Technologiestrategie zu priorisieren, um das Dilemma der richtigen Innovationsausgaben zu lösen. Fertigkeiten, die der einen Art von Innovation dienen, sind oft auch an anderer Stelle nützlich. Daher ist eine volle Analyse der Kosten und übergreifenden Vorteile jedes einzelnen Investments essenziell. Der Einfluss der Insurtechs wird mit der Zeit weiter steigen. (vwh/dg)

Grafik

Bildquelle: Fotolia

Grafikquelle: World Insurance Report von Capgemini und Efma

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Weitere Schlaglichter bei VWheute:

Cybermarkt: “Wir mussten echte Pionierarbeit leisten”
Cyper-Policen waren auf dem deutschen Markt lange Zeit kein Thema. “Anfangs mussten wir echte Pionierarbeit leisten und sowohl Makler als auch Kunden grundlegend zum Thema aufklären und zu sensibilisieren”, betont Ole Sieverding von Hiscox gegenüber VWheute. Heute seien Cyber-Policen “dynamischer als herkömmliche Versicherungsprodukte und erfordern viel Know-how, sowohl im Underwriting als auch in der Schadenabwicklung”.

Generali stößt niederländische Tochter ab
Die Generali verkauft ihr Tochterunternehmen in den Niederlanden. Wie der italienische Konzern am Mittwoch mitteilt, werde der gesamte Anteil an der Generali Niederland N.V. über 98,56 Prozent an den Konkurrenten ASR Nederland verkauft. Der Kaufpreis beläuft sich nach Unternehmensangaben auf 143 Mio. Euro. Dabei kommt der Verkauf einem Verlustgeschäft gleich, bezifferte die Generali den Marktwert doch auf etwa 270 Mio. Euro.

GKV: Ineffizienz zahlt sich aus
Die Meldungen über Rekord-Rücklagen der gesetzlichen Krankenkassen reißen nicht ab. Also alles paletti? Keineswegs, meint die Barmer als eine der großen Ersatzkassen und fordert von der neuen Regierung eine Reform der Kassenfinanzierung. Obwohl sich die Krankenkasse im Vergleich zu anderen großen, bundesweit tätigen Kassen positiv entwickelt hat, geht sie in die Offensive.

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