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VVaG Gothaer: AG ade

13.12.2017 – gothaer-vorstand_lieDer Gothaer-Konzern betont den Gemeinschaftsgedanken und will nach außen stärker als Versicherer auf Gegenseitigkeit auftreten. “Die Nutzung gemeinsamer Ökosystem ist oft sinnvoller als aus einer monolithischen Unternehmenszentrale heraus zu sagen, wo es langgeht”, sagte Vorstandschef Karsten Eichmann in Köln. Neben den bisherigen Verbünden kann sich Eichmann auch neue Kooperationen bei der IT-Modernisierung vorstellen.

“Wir bewegen uns in einem Geleitzug mit vielen Versicherern”, sagte er auf die üblichen IT-Probleme der Branche angesprochen. Er schließt nicht aus, dass man “sowohl bei Lösungen für das Backend wie auch für Plattformen” zusammenarbeiten wird. Auch in einer neuen Markenkampagne will der Konzern ab 2018 den Gemeinschaftsgedanken herausstellen. Eichmann verwies zudem darauf, dass die VVaGs in den letzten zehn Jahren zu Lasten der Aktiengesellschaften drei Prozent Marktanteil gewonnen haben.

Die Betriebskosten der Versicherungsvereine seien günstiger und das Eigenkapital höher als bei den AGs. Gemessen am versicherungstechnischen Ergebnis sei die Profitabiltät der AGs zwar höher, aber dies sei auch eine Frage von Prämienhöhen und Auszahlungen, so Eichmann.

Nach bisher vorliegenden Zahlen wird der Gothaer-Konzern 2017 voraussichtlich um 0,7 Prozent auf 4,44 Mrd. Euro Bruttobeitrag wachsen. Motor ist das Kompositgeschäft mit einem Plus von fast sechs Prozent auf 1,82 Mrd. Euro Prämie. Auch bereinigt um die Verschmelzung der Asstel Sach auf die Gothaer Allgemeine und ein höheres konzerninternes indirektes Geschäft ist das Plus in Schaden- und Unfall mit drei bis 3,5 Prozent noch branchenüberdurchschnittlich.

Mehr Naturkatastrophen, aber weniger Großschäden

Die Schadenquote in diesem Segment sank um 0,6 Prozentpunkte auf 64,4 Prozent. Es habe zwar mehr Schäden aus Naturkatastrophen von rund 50 (36) Mio. Euro gegeben, aber weniger Großschäden, so Vorstand Christopher Lohmann. Die Kostenquote blieb hingegen wegen Rückstellungen für das bis 2020 laufende “Effizienz plus-Programm” nur stabil, so dass die Schaden- und Kostenquote insgesamt nur auf 93,8 (94,2) Prozent zurückging.

Der gesamte Konzern erwirtschaftet 2017 aus seinen Kapitalanlagen knapp 1,2 (1,6) Mrd. Euro; der Rückgang um 19,5 Prozent beruht auf dem 2016 entstandenen Sonderertrag durch den Verkauf der Beteiligung an der DKV-Tankkarten. “2017 war eher wieder ein normales Jahr, was die Kapitalanlagen anbelangt”, so Eichmann. Der Jahresüberschuss dürfte sich um 1,2 Prozent auf 164 Mio. Euro verbessern.

Zahl der Mitarbeiter soll bis 2020 um 15 Prozent sinken

Die Solvenzquoten sind nach Unternehmensangaben zum Ende des dritten Quartals 2017 besser: Der Lebensversicherer weist mit Volatilitätsanpassung, aber ohne Übergangsmaßnahmen eine SCR-Quote von 158 Prozent aus; mit sind es 263 Prozent. Der Krankenversicherer kommt auf 482, bzw. 841 Prozent. Die Gruppe kommt auf eine SCR-Quote von 171 Prozent ohne Übergangsmaßnahmen und 243 Prozent mit.
Im Zuge des Effizienzprogramms nimmt die Zahl der Mitarbeiter 2017 um zwei Prozent auf 5.592 Personen ab. Insgesamt soll die Zahl der Beschäftigten im Zuge des Fünf-Jahresprogramms bis 2020 um 15 Prozent sinken.

2018 will die Gothaer ihre bisher nur bei größeren Bestandskunden getestete Cyber-Police auch Neukunden sowie Firmen mit weniger als fünf Mio. Euro Jahresumsatz anbieten. Ein neuer Unfall-Tarif wird auf mehr zusätzliche Berufsgruppen abstellen, eine neue Wohngebäudeversicherung eine Alters- sowie eine Schadenfreiheitsstaffel haben und zudem steigt die Gothaer in das Geschäft mit der Tierkrankenversicherung.

Vor allem in der Vollversicherung von Tieren sieht man angesichts eines “nicht so stark bearbeiteten Marktes” Chancen. Als Neuerungen für 2018 wurden zudem für das Schadengeschäft einen Schadentracker als App sowie eine digitale Gesundheitsapp genannt. In der Krankenversicherung soll der Bereich Telemedizin ausgebaut und das bKV-Geschäft ausgebaut werden. (lie)

Bild: Vorstand der Gothaer beim Jahrespressegespräch 2017. (Quelle: lie)

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