Versicherungswirtschaft-heute

            Mobilsite

 

Versicherer und der Appetit auf Aktien

13.02.2018 – Deutsche Börse AG - Bildpool Börse Frankfurt - ParkettIn einem schwierigen Marktumfeld suchen institutionelle Anleger händeringend nach erfolgsversprechenden Investment-Strategien. Solvency II und die Einführung des internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 stehen größeren Umschichtungen jedoch im Wege. Abhilfe soll die Optimierung der Solvency Capital Requirements schaffen.

Vielen Institutionellen sind enge Grenzen gesetzt, wieviel Risiko sie ins Portfolio nehmen können. Jahrelange Niedrigzinsen haben an ihren Risikobudgets und Kapitalreserven genagt.Strenge Solvabilitätsregeln für die Risikokapitalisierung sowie die potenzielle Volatilität risikobehafteter Anlagen (wie Aktien), die eine Gefahr für Risikokapitallimits darstellt, schränken Investments in diesen Assetklassen ein. Hinzu kommt die Einführung von IFRS 9 in drei Jahren für international bilanzierende Versicherungen. Dieser Rechnungslegungsstandard engt die Möglichkeit stark ein, Bewertungsreserven zu realisieren.

Dennoch wäre es falsch, die Flinte ins Korn zu werfen. Bei einem absehbaren realen Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent in diesem und im nächsten Jahr und angesichts einer nur allmählich steigenden Teuerungsrate, dürfte die nominale Anleiherendite in den kommenden Jahren etwa zwei bis drei Prozentpunkte unter dem nominalen BIP-Wachstum liegen.

Die Aktienrendite dagegen wird voraussichtlich ähnlich hoch oder höher als das Nominalwachstum ausfallen und dabei stetige oder sogar steigende Einkommen in Form von Dividenden abwerfen. (Nicht nur) Für Investoren, die regelmäßiger Kapitalerträge bedürfen, ist dies verlockend: Immerhin können Aktienerträge fünf- bis zehnmal so hoch ausfallen wie Anleiheerträge.

Passive Hedging-Strategie im Zeitablauf zu teuer

Es kommt darauf an, Aktienstrategien einzusetzen, die die Risikokapitalkosten minimieren. Allianz Global Investors hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Konstruktion SCR-optimierten Aktien- und Multi-Asset-Strategien beschäftigt. Neben dem Schutz vor Verlusten ist zweierlei von entscheidender Bedeutung: die Optimierung der Absicherungsniveaus und eine zumindest teilweise Gegenfinanzierung der Sicherungsmaßnahmen durch den gezielten Verkauf von Call-Optionen und die Wertpapierselektion.

Eine typische passive Hedging-Strategie, bei der bestehende Put-Optionen am Ausübungszeitpunkt einfach durch neue ersetzt werden, ist im Zeitablauf sehr teuer. Damit eine Absicherungsstrategie am Ende finanziell tragbar ist, ist es sinnvoll, ein wenig Arbeit in die Optimierung der Ausübungspreise zu investieren und Wege zu finden, wie ein Teil der Kosten gegenfinanziert werden kann, ohne das Ertragspotenzial der zugrundeliegenden Aktienstrategie zu stark zu limitieren.

Institutionelle Anleger stellen zunehmend die regulatorischen Korsetts in Frage, die zum Kauf zu hoch bewerteter – und wenig Aussicht auf Ertrag bietender – Staatsanleihen verleiten. Sie wünschen eine Diversifizierung in vernünftiger gepreiste Assetklassen. Durch maßgeschneiderte Hedging-Strategien und eine umsichtige Auswahl der geeigneten Investmentstrategien können etwaige negative Auswirkungen auf das Solvenz- und Risikokapital kontrolliert und gemanagt werden.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft.

Autor: Karl Happe, Chefanlagestratege für Versicherungsmandate bei Allianz Global Investors (Bildquelle: Deutsche Börse)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten