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Unternehmen fürchten sich vor schlechten Politikern

21.09.2017 – risiko_pixelioSeit Dienstag treffen sich führende Politiker im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. “Wir treffen uns hier in einer Zeit immenser Versprechungen, aber auch riesiger Gefahren”, sagte US-Präsident Donald Trump. Wie die Unternehmen die aktuelle Lage derzeit einschätzen, zeigt eine Studie des Industrieversicherungsmaklers Marsh.

Im Rahmen des Executice Opinion Survey (EOS) hat das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Zusammenarbeit mit Marsh & McLennan Companies und der Zurich insgesamt 12.411 Führungskräfte aus 136 Ländern nach den aktuell fünf größten Geschäftsrisiken befragt. So bereiten der deutschen Wirtschaft derzeit vor allem Cyber-Attacken und Terroranschläge die größten Sorgen. An dritter Stelle nennen die befragten Unternehmenslenker bereits das Thema der unfreiwilligen Migration, gefolgt von sozialer Instabilität sowie Datenbetrug und -diebstahl.

“Gegenüber den Ergebnissen des Vorjahres stehen bei den befragten deutschen Führungskräften große Cyber-Attacken an der Spitze der Liste. Sie treten an die Stelle des Risikos von Datenbetrug/Diebstahl, das jedoch weiterhin unter den Top-Fünf-Risiken rangiert”, konstatiert Oliver Dobner, Chief Commercial Officer von Marsh Deutschland. “Unternehmen müssen gründlich analysieren, wie sich diese Bedrohungen auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken können, und entsprechende Maßnahmen zur Risikobegrenzung und Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit ergreifen. Bei der Beurteilung sozialer und ökonomischer Risiken sollten ökologische und technologische Auswirkungen nicht unterschätzt werden”, erläutert der Manager von Marsh.

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Zudem zeige der Vergleich in den europäischen Ländern, wie stark die nationalen Angelegenheiten den langfristigen Ausblick von Führungskräften auf potenzielle Risiken beeinflussen. So verwundert es nicht, Terroranschläge derzeit vor allem in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Türkei und der Schweiz zu den genannten Top Fünf-Risiken gehören. Zudem werde auch das Thema Migration neben Deutschland auch in der Schweiz, der Türkei und in Italien als relevantes Risiko wahrgenommen.

Während in Frankreich und Spanien vor allem das Thema Arbeitslosigkeit die Unternehmen umtreibt, sind für Polen und die Türkei besonders zwischenstaatliche bzw. regionale Konflikte von besonderer Bedeutung. “Während Wirtschaftswachstum und technologische Entwicklungen neue Chancen für Unternehmen und Länder eröffnen, haben geopolitische Risiken zu Unsicherheitsfaktoren geführt. Es stellt sich die Frage, wie angesichts der unsicheren Zeiten die Widerstandsfähigkeit gestärkt werden kann”, konstatiert Christoph Willi, Vorstand Commercial Insurance der Zurich Gruppe Deutschland.

Auch global lassen die Antworten der befragten Unternehmer darauf schließen, dass diese vor allem wirtschaftliche, geopolitische, soziale und technologische Risiken innerhalb der nächsten zehn Jahre als wahrscheinlich größte Gefahren ansehen, konstatiert Marsh. Demnach sehen die meisten Führungskräfte vor allem Arbeitslosigkeit bzw. Unterbeschäftigung und Finanzkrisen als die derzeit größten Krisen an. Zudem fürchten sich viele Unternehmenslenker in Nordamerika, Ostasien und dem pazifischen Raum vor allem vor Cyber-Angriffen und Vermögensblasen. Die Wirtschaftsführer in Europa, Südasien, Lateinamerika und Karibik sowie Afrika südlich der Sahara fürchten zudem ein mögliches Versagen nationaler Regierungen.

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Trump droht Nordkorea mit “totaler Zerstörung”

Wie realistisch die Sorgen in den Managementetagen sind, zeigen jedenfalls die jüngsten Verbalattacken des aktuellen US-Präsidenten gegen Nordkorea. Dabei drohte Trump der kommunistischen Volksrepublik mit einer “totalen Zerstörung”, falls dies nötig sei. “Der Raketenmann ist auf Selbstmordmission”, so der US-Präsident.

Bei dieser Gelegenheit ließ er auch an Venezuela, Kuba und dem Iran praktisch kein gutes Haar. Demnach sei diese “kleinen Gruppe von Schurken die Geißel unseres Planeten”. Gleichzeitig forderte er ein “großes Wiedererwachen der Nationen” und wandte sich gegen “Mammut-Handelsverträge”, internationale Tribunale oder “globale Bürokratien”.

Was den Führungskräften rund um den Globus die Sorgenfalten ins Gesicht treibt, nehmen die Deutschen selbst jedoch scheinbar gelassen. Laut aktueller R+V-Studie “Die Ängste der Deutschen 2017″ glauben nur 34 Prozent der Deutschen, dass das Verhältnis ernsthaft Schaden nehmen könnte. Vielmehr sorgen sich die Bundesbürger zumeist vor Terrorismus (71 Prozent), gefolgt von politischem Extremismus (62 Prozent) und vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (61 Prozent).

Ebenfalls angstbesetzt sind nach wie vor die Themen EU-Schuldenkrise, Schadstoffe in Nahrungsmitteln, Überforderung der Behörden mit dem Flüchtlingsstrom, Naturkatastrophen, Überforderung der Politiker insgesamt, Pflegefall im Alter und steigende Lebenshaltungskosten. Es liegt also an der Politik, wie man mit den Ängsten und ungelösten Hausaufgaben in Zukunft umgehen wird. Rhetorische Stilblüten à la Trump sind hier wohl eher kontraproduktiv. (vwh/td)

Bildquelle: Rainer Sturm / PIXELIO (www.pixelio.de)

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