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Talanx übernimmt kolumbianische Generali-Tochter

20.07.2017 – talanx_sitz_talanxDie Talanx übernimmt die Generali Colombia Seguros Generales S.A. sowie deren Tochtergesellschaft Generali Colombia Vida Compañia de Seguros S.A. Wie der Versicherer am Mittwochabend mitteilte, übernimmt der Konzern aus Hannover jeweils mehr als 90 Prozent der Unternehmensanteile von Mehrheitsgesellschafter Generali. Der Kaufpreis soll bei rund 30 Mio. Euro liegen.

Die Transaktion soll vorbehaltlich der Zustimmung durch die kolumbianische Aufsichtsbehörde bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die beiden Gesellschaften der Generali sind bereits seit 1952 auf dem kolumbianischen Markt tätig. Neben dem Hauptsitz in der Hauptstadt Bogotá sind beide Unternehmen noch mit acht Zweigstellen in den südamerikanischen Land vertreten. Dabei erwartet die Talanx nach eigenen Angaben auch in den nächsten Jahren ein positives Geschäftsergebnis.

Die Generali Colombia Seguros Generales S.A. und der Lebensversicherer Generali Colombia Vida Compañia de Seguros S.A. erzielten nach Unternehmensangaben allein im Jahr 2016 ein Bruttoprämienvolumen von rund 59 Mio. Euro (IFRS) und ein EBIT von rund zwei Mio Euro. Etwa 70 Prozent des Portfolios entfallen auf das Geschäft mit Sachversicherungen, rund 30 Prozent auf Lebensversicherungen.

Übernahme ist ein strategischer Schritt

Derzeit ist die Talanx bereits über die Tochtergesellschaft HDI in sechs lateinamerikanischen Staaten (Argentinien, Brasilien, Chile, Peru, Uruguay und Mexiko) vertreten. Allein im vergangenen Geschäftsjahr 2016 hat die Talanx in der Zielregion nach eigenen Angaben Bruttoprämieneinnahmen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro erzielt. Das EBIT lag bei 77 Mio. Euro. Zudem betrachtet die Talanx Kolumbien mit einer jungen Bevölkerung und zunehmenden Mittelschicht als interessanten Wachstumsmarkt insbesondere für die Privat- und Firmenversicherung.

“Die Übernahme der Generali Colombia ist für Talanx ein strategischer Schritt zur Erschließung des fünftgrößten lateinamerikanischen Markts. Für uns bedeutet das eine weitere Stärkung der Zielregion. Die Unternehmen sind gut positioniert und haben ein starkes Management, das zum weiteren Wachstum und Erfolg der Talanx-Gruppe beitragen wird. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit”, kommentiert Torsten Leue, Vorstand der Talanx AG und Vorstandsvorsitzender der Talanx International AG, die Übernahme der Generali-Töchter.

“Kolumbien ist der fünftgrößte Markt in Lateinamerika, hat eine junge Bevölkerung, deren Wohlstand wächst. Bei steigenden Haushaltseinkommen wächst in der Regel das Bedürfnis nach Versicherungsschutz”, ergänzt Leue. Zudem sei die “Übernahme der Generali Colombia für Talanx im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International ein strategischer Schritt”.

“Wir fokussieren uns bei unserem Wachstum auf die beiden Zielregionen Lateinamerika und Zentral- und Osteuropa. Dort haben wir jeweils Kernmärkte definiert, Brasilien, Chile, Mexiko, Türkei, Polen. In diesen Ländern wollen wir zu den fünf größten Versicherern zählen. Kolumbien ergänzt unser Engagement in Lateinamerika”, betont der Talanx-Vorstand.

Umbruch bei der Generali?

Bereits Anfang März 2017 wurde bekannt, dass sich die Generali von einigen internationalen Töchtern trennen will. In Lateinamerika galt vor allem ein Verkauf der Töchter in Panama, Ecuador und Kolumbien als wahrscheinlich. Darüber hinaus will der italienische Versicherungskonzern seinen “internationalen Fußabdruck optimieren”. “Wir konzentrieren uns auf diejenigen Märkte, auf denen wir eine relevante Größe, profitables Geschäft und hohe Wachstumsaussichten haben”, betonte Philippe Donnet im Exklusiv-Interview mit dem Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft.

Vor wenigen Tagen verdichteten sich zudem die Gerüchte, wonach die Generali Insidern zufolge die US-Investmentbank Morgan Stanley konkret damit beauftragt haben soll, einen Verkauf der deutschen Tochter Generali Leben oder andere Optionen zu prüfen. Damit käme der bisher größte Bestand an Lebensversicherungen in Deutschland auf den Markt. (vwh/td)

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Weitere Schlaglichter bei VWheute:

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Manipulationen der Abgaswerte sind seit dem Volkswagen-Skandal keine Neuigkeit mehr. Nachdem der Wolfsburger Konzern samt Tochterunternehmen Audi nun im Visier der Justiz steht, trifft es nun auch Daimler. Der Vorwurf: Zwischen 2008 bis 2016 soll Daimler mehr als eine Million Fahrzeuge in Europa und den USA mit einem zu hohen Schadstoffausstoß verkauft haben, berichtet die SZ.

Millionen-Schaden durch “Fake-Präsident”
Falsche Chefs – auch “Fake Presidents” genannt – sorgen immer wieder für Aufsehen und beträchtliche Schäden. Nun hat ein solcher bei einem norddeutschen Einzelhandelsunternehmen zugeschlagen und dieses um 1,5 Mio. Euro erleichtert. Wie das Wirtschaftsmagazin Capital in seiner heutigen Ausgabe berichtet, ereignete sich der “Raub” bereits am 8. Februar 2017. Als dieser zwei Tage später auffiel, war die erbeutete Summe bereits verschwunden.

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