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Streit zwischen Check24 und BVK eskaliert – Blau direkt mischt mit

07.03.2018 – Gerangel_Streit_Kampf by_Hansjoerg Schulthess_pixelio.deIn den Streit zwischen BVK und Check24 hat sich der Maklerpool Blau direkt eingeschaltet. Vorausgegangen war eine Klage von Check24 gegen einen Blau-Makler, die auf den BVK abzielte. Der BVK würde “Mitgliedern Hilfe verweigern”, so Blau-Chef Pradetto. Der Verband antwortet, dass Pradetto “intellektuell nicht in der Lage sei, den Rechtstreit zu verstehen”, und weist die Vorwürfe von sich.

Wer VWheute liest, wird es mitbekommen haben, Check24 und der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) mögen sich nicht. Kurz zusammengefasst wirft der Verband dem Vergleichsportal die Verschleierung seiner Maklertätigkeit vor. Eine Klage folgte und ein Gericht verklagte das Online-Portal zur Zahlung eines Bußgelds und der Erfüllung von Auflagen, damit Nutzer das Geschäftsmodell von Check24 besser erkennen können.

Das Unternehmen folgte nach eigener Aussage der gerichtlichen Aufforderung und klagte gegen seinerseits gegen drei BVK-Makler. Diese hätten auf ihrem Internetauftritt nicht ausreichend auf ihre Maklertätigkeit hingewiesen. Eine klassische Retourkutsche.

Der unbekannte Dritte betritt die Bühne

Genau an dieser Stelle kommt der Maklerpool Blau direkt ins Spiel, denn einer der verklagten Makler besitzt neben seiner BVK-Mitgliedschaft einen Ausweis des Pools. Das Ziel von Blau ist aber nicht der Kläger, sondern der BVK. Laut Blau direkt habe der von der Klage betroffene Makler, der wohl nur wegen dem oben genannten Streit in die Schusslinie geriet, bei BVK-Chef Michael H. Heinz um Beistand gebeten. Er erhielt aber nur die “lapidare Antwort”, dass sich darum “ein Mitarbeiter kümmern würde”.

Dieser verwies auf einen Anwalt, der dem Makler zum unterschreiben der Unterlassung riet. Der Makler solle “lediglich bei der Höhe des Geschäftswertes“ feilschen. Der Anwalt würde dies gern übernehmen, allerdings gegen Bezahlung. Der Betroffene wandte sich an seinen Pool, der nach eigener Aussage direkt eine “Allianz” zwischen dem Erbauer der Maklerwebseite und einer Rechtsanwaltskanzlei schmiedete, inklusive Kostenübernahme.

Bevor sich noch mehr Anwälte im Check24-BVK-Streit eine goldene Nase verdienen, rief der Blau direkt Chef beim Vergleichsportal an und regelte die Angelegenheit auf dem kleinen Dienstweg. In Pradettos Worten: “Ich habe kurzerhand den Chef von Check24 kontaktiert und meine Vermutung geäußert, dass wir und unser Makler gar nicht als Gegner gemeint wären.” Das stellte sich als richtig heraus, Check24 antwortete postwenden, dass es nicht “um eine Bestrafung von Maklern” gehe. Auf die Durchsetzung der Unterlassung wurde verzichtet, der Makler ging erfreulicherweise ohne Kosten und Schaden aus dem Fall hervor. Hier könnte die Angelegenheit eigentlich enden, aber es geht natürlich weiter.

Angriff auf den BVK

Blau direkt kann oder will sich eine Spitze gegen den Verband nicht verkneifen: “Anders als der BVK sähe man das Onlinegeschäft nicht grundsätzlich als Verstoß gegen den Berufsethos des Maklers, sondern als moderne Ausprägung zeitgemäßer Kundenservices. Dies verbinde Check24 und Blau direkt.” Der BVK dagegen würde “als Interessenvertretung von Versicherungsvermittlern auftreten” und habe selbst “einen Makler angegriffen”.  Weiter heißt es: “Der Verband wende sich ganz allgemein gegen die Nutzung moderner Medien als Verkaufsplattform für Makler. Dies erkläre auch, warum der Verband betroffenen Maklern Hilfe verweigere.”

Pradetto schließt die Vorwürfe mit den Worten. “Wenn ich einen Verband dafür bezahle, damit er sich gegen Maklerkollegen wendet, die Onlinegeschäft betreiben, sollte ich als Makler besser nicht versuchen, selber online Kunden zu gewinnen. Eine Mitgliedschaft im BVK bedeutet letztlich ein Verzicht auf die eigene Zukunftsfähigkeit.” Harte Worte, die nicht unkommentiert bleiben.

Der Verband antwortet

Der BVK willdie Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen und antwortet sehr enthusiastisch-direkt. Neben Check24 würde auch Blau direkt bei der Unternehmenskommunikation “nahezu alle Grenzen zwischen Nachricht und Kommentar verwischen” und “jedes Maß für Anstand und Fairness im Umgang miteinander vermissen lassen”. Noch bedauerlicher sei es aber, “dass Blau direkt-Geschäftsführer Oliver Pradetto ganz offenbar intellektuell nicht in der Lage ist, den Rechtsstreit zwischen dem BVK und Check24 grundsätzlich zu verstehen, gedanklich nachzuvollziehen und einzuordnen.”

Der BVK wende sich “eben gerade nicht ‘ganz allgemein’ gegen die Nutzung moderner Medien als Verkaufsplattform für Makler.” Er trete nur dafür ein, dass auf dem “Online-Spielfeld dieselben Spielregeln gelten wie auf dem Offline-Platz.” Und dazu gehöre auch, dass man sich “gegenüber allen Kunden als Makler zu erkennen gibt, der für die Vermittlung von Versicherungen Provisionen kassiert.”

Einen Angriff auf Vergleichsportale gibt es noch gratis obendrauf: “Wer Kunden eine Versicherung verkauft, sich dann aber als Makler einen schlanken Fuß macht und diese auch im Schadensfall weder umfassend berät noch betreut, der verstößt nicht nur gegen elementare Rechte des Verbraucherschutzes, sondern auch gegen alle Regeln des Anstands, die einen ehrbaren Kaufmann im Geschäftsverkehr ausmachen sollten.”

Es folgt eine sehr direkte Attacke auf den Pool-Chef und sein Unternehmen: “Wenn Herr Pradetto nach reiflichem Überlegen zu der bahnbrechenden Erkenntnis gelangt, der BVK sähe und bewerte das Online-Geschäft als ‘Verstoß gegen das Berufsethos des Maklers’, dann beweist dies nur eines: Dass der Vorgang des Überlegens leider nichts gebracht hat.” Die Gerichte seien im Prozess gegen Check24 “im Wesentlichen” den Argumenten des BVK gefolgt.

Der Verband verwahrt sich ebenfalls gegen den Vorwurf, seinen Mitgliedern nicht zu helfen: “Die Behauptung von Blau direkt, der BVK helfe seinen von Check24 abgemahnten Mitgliedern nicht ausreichend oder gar nicht, ist falsch. Alles andere hätte ich mich aber auch verwundert.”

Das komplette, sehr lesenswerte Statement von BVK-Präsident Michael H. Heinz können Sie unter KÖPFE & POSITIONEN nachlesen – der VWheute-Lesebefehl. (vwh/mv)

Bild: Gerangel (Quelle: Hansjörg Schulthess / www.pixelio.de / PIXELIO)

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