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Streik im Innendienst: AGV-Angebot ist für Verdi ein Affront

23.05.2017 – Verdi_StuttgartDie Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) ruft die Beschäftigten im Innendienst zum Streik auf. Nach zwei Verhandlungsrunden hätten die Arbeitgeber ein “respektloses Angebot” vorgelegt. Die vom AGV in Aussicht gestellte Gehaltserhöhung sei zu gering. Innendienstler in Baden-Württemberg und Hessen will Verdi dazu bringen, die Arbeit niederzulegen. Standorte in anderen Bundesländern sollen folgen.

“Das Gehaltsangebot der Arbeitgeber würde angesichts der aktuellen Inflationsrate zu Reallohnverlusten bei den Beschäftigten führen und ist daher unannehmbar”, sagt Christoph Meister, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Versicherung. Der Vorschlag des Arbeitgeberverband AGV beinhaltet einen Tarifvertrag mit 36 Monaten Laufzeit mit einer Gehaltssteigerung von insgesamt drei Prozent. Demnach erhielten die Beschäftigten mehr Gehalt in Etappen – von 1,1 Prozent im November 2017, 1 Prozent im November 2018 und 0,9 November 2019. Andreas Eurich, Verhandlungsführer der Arbeitgeber, hatte dies mit einer “hohen Vorbelastung” für das Jahr 2017 begründet.

Statt drei Prozent in drei Jahren hatte Verdi 4,5 Prozent für die kommenden 12 Monate gefordert. Außerdem will die Gewerkschaft die Digitalisierung mit einem speziellen Tarifvertrag sozial verträglich gestalten. Hier wiegelt der Arbeitgeberverband ebenfalls ab: Digitalisierung sei nicht tarifvertraglich zu regeln, entsprechende Vereinbarungen müssten auf Betriebsebene getroffen werden. Für einen Digitalisierungs-Tarifvertrag können die Beschäftigten zwar nicht streiken, schließlich gilt hier Friedenspflicht. Innerhalb des Gehaltstarifvertrags ist sie jedoch ausgelaufen.

 “Das ist kein Angebot, das ist ein Affront.”

In Baden-Württemberg scheint der Ärger besonders groß zu sein: “Auf dem Tisch liegen zwei Prozent Reallohnverlust verteilt auf drei Jahre”, erklärt Verdi-Landesfachbereichsleiter Frank Hawel. “Das ist kein Angebot, das ist ein Affront.”

Karlsruhe und Stuttgart werden als erste Orte ganztägig bestreikt, betroffen sind unter anderem Standorte von Allianz, Axa und W&W. Die Karlsruher Beschäftigten ruft Verdi ab 9:15 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Verdi-Haus in der Rüppurrer Straße 1a auf. In Stuttgart will die Gewerkschaft von den Allianz- und W&W-Standorten in der Reinsburgstraße, am Feuersee und in der Uhlandstraße zum kleinen Schlossplatz marschieren. Dort findet zwischen 10:15 und 10:45 Uhr eine Kundgebung statt.

Die Allianz-Niederlassung in Frankfurt/Main bestreiken die Verdi-Mitglieder ebenfalls, dies war nach Angabe der Gewerkschaft lange nicht vorgekommen. In Wiesbaden plant Verdi zudem Warnstreiks bei R+V und der Sparkassenversicherung.

In Baden-Württemberg rechnet man mit “über 500 Streikenden”. Ob es Verdi mit dieser Personenzahl gelingt, vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde am 2. Juni in Hamburg ausreichend Druck auf die Arbeitgeberseite aufzubauen, ist fraglich. Doch will die Gewerkschaft nach eigener Auskunft weitere Register ziehen, sollte die Verhandlung ein weiteres Mal ohne Erfolg vertagt werden. (de)

Bild: Aktive Mittagspause bei W&W in Stuttgart (Quelle: Verdi)

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