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Sondereffekte ziehen Generali und Zurich ins Minus

12.05.2017 – Aktien, Boerse, Kurs, Sturz minus Verluste Windoria_ pixelio.deEuropas größte Versicherer sind denkbar schlecht ins Jahr gestartet. Generali litt im ersten Quartal unter einer 42 Mio. Euro schweren Abschreibung auf die angeschlagene Fluglinie Alitalia. Der Gewinn schrumpfte unterm Strich um neun Prozent auf 535 Mio. Euro. Die Zurich musste dagegen eine gesetzlich vorgeschriebene Reserveaufstockung in Großbritannien verkraften. Der Reingewinn brach im ersten Quartal um 31 Prozent ein.

Er belief sich auf 607 Mio. Dollar, verglichen mit 875 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Schuld daran sind Zusatzrückstellungen beim britischen Geschäft. In Großbritannien hat die Regierung im Februar 2017 den Diskontsatz, der zur Berechnung von Personenschäden- und Unfallforderungen herangezogen wird, angepasst. Bei der Zurich hat dies zu einer Belastung des BOP (Business Operating Profit) von 289 Mio. Dollar geführt. Ohne diesen Effekt, welcher die so genannte Ogden-Rate hervorgerufen hat, wäre der BOP um 14 Prozent auf 1,22 Mrd. Dollar angestiegen.  Von der behördlich angeordneten Reservierungsanpassung ist zwar die ganze Branche betroffen, aber Zurich hat wegen des großen Gewichts britischer Aktivitäten schwer daran zu tragen.

Die Analysten waren enttäuscht, schließlich hat CEO Mario Greco seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr regelmäßig die Analystenerwartungen übertroffen. Die Zurich hält weiter an den strategischen Zielen fest. Unter anderem will die Gruppe die Kosten um 1,5 Mrd. Dollar senken – ausgehend vom Niveau von 2015. Bis dato seien davon 400 Mio. geschafft worden, allein 100 Mio. im ersten Quartal 2017, teilt der Konzern mit. Die Eigenkapitalrendite soll derweil zurück über die Marke von zwölf Prozent geführt werden. Die Prämieneinnahmen lagen im Zeitraum Januar bis März mit 13,4 Mrd. Dollar praktisch auf dem Vorjahresniveau. Die Kernsparte Schadenversicherung, die für zwei Drittel der Prämieneinnahmen steht, verbesserte sich unter Ausschluss des Ogden-Effekts die Rentabilität. Von teuren Großschäden blieb Zurich weitgehend verschont, der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich um 0,9 Prozentpunkte auf 97,2 Prozent.

Generalis Asset-Management soll für mehr Gewinne sorgen

Auch der italienische Rivale Generali verfehlte im ersten Quartal die Analystenerwartungen mit einem Gewinnrückgang von neun Prozent auf 535 Mio. Euro. Negativ wirkten sich höhere Steuerzahlungen, geringere Erträge am Kapitalmarkt sowie Abschreibungen auf Investments bei der Krisen-Airline Alitalia aus. 2015 hatte der Versicherer der Fluglinie Alitalia  über eine Wandelanleihe 300 Mio. Euro geliehen, jetzt musste Generali 42 Mio Euro abschreiben.

Während die Prämieneinnahmen im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 19,2 Mrd. Euro sanken, legte der operative Gewinn um gut vier Prozent auf 1,2 Mrd. Euro zu. Konzernchef Philippe Donnet sprach vom höchsten operativen Gewinn in der Generali-Geschichte. Gestiegene Katastrophenschäden verkraftete Generali hingegen vergleichsweise gut. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 93,1 Prozent, der Anstieg lag laut Generali ausschließlich an den Katastrophenschäden, die das Quartalsergebnis mit 55 Mio. Euro belasteten.

Um seinen Gewinn in Zukunft zu steigern, will Generali sein Vermögensverwaltungsgeschäft deutlich ausbauen. Bis 2020 will der Triester Versicherer die verwalteten Anlagen von 450 Mio. Euro auf 500 Mio. Euro steigern. (vwh/dg)

Bildquelle: Windorias / PIXELIO / www.pixelio.de

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