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SDK auf Lebenszeit: Kantak verlängert für fünf Jahre

26.04.2017 – Ralf Kantak SDK - quelle SDKRalf Kantak (56) steht für weitere fünf Jahre an der Spitze der SDK-Gruppe. Dies hat der Aufsichtsrat anlässlich seiner Bilanz-Sitzung entschieden. Die Entscheidung des Gremiums scheint nachvollziehbar, war 2016 laut Unternehmensangaben doch das erfolgreichste Jahr in der 90-jährigen SDK-Geschichte. Das Geschäftsergebnis fiel mit 134 Mio. Euro vor Steuereffekten gegenüber 2015 nochmals um 17 Mio. Euro höher aus.

Wesentlich dazu beigetragen haben das Kapitalanlageergebnis von 215 Mio. Euro (Vorjahr: 202 Mio. Euro) und die Reduzierung der Kosten von 98 Mio. Euro in 2015 auf 88 Mio. Euro in 2016. Auch die Vorsorgequote wurde von 46,9 Prozent auf 49,7 Prozent erhöht. “Wir danken Herrn Kantak für seine besonderen Leistungen und sein hohes Engagement für die Weiterentwicklung des Unternehmens und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit”, unterstrich der Aufsichtsratsvorsitzende Urban Bacher.

VWheute sprach mit dem Vorstandschef des Fellbacher Versicherers über die aktuellen Status Quo, die Doppelstrategie bei der Kapitalanlage und die Neuausrichtung im Vertrieb.

VWheute: Trotz Niedrigzinsumfeld hat die SDK ein Kapitalanlageergebnis von 215 Mio. Euro erzielt. Worauf führen Sie das zurück?

Ralf Kantak: Vor rund zwei Jahren haben wir unsere Asset-Allokation den schwierigen Erfordernissen des Kapitalmarktes entsprechend neu ausgerichtet. Wir fahren eine Doppelstrategie. Auf der einen Seite haben wir einen Direktbestand mit langfristiger Anlage und niedrigem Risiko. Unser zweites Standbein ist ein Ertragsportfolio, bei dem wir weltweit in Renten, Credits, Immobilien, Aktien und Währungen anlegen. In diesem Bereich hatten wir in 2016 sogar eine Rendite von knapp sieben Prozent. Das ergab einen respektablen Zusatzertrag, sodass es uns je nach Mischung und Risikokapital gelungen ist, in 2016 eine Wiederanlagerendite von 2,1 Prozent zu erreichen.

VWheute: Die Kosten haben in den letzten Jahren auch die SDK belastet. Wo stehen Sie heute?

Ralf Kantak: Wir hatten vor einigen Jahren bei der SDK in der Tat einen Profitabilitäts-Nachteil gegenüber der Branche. Das haben wir mittlerweile deutlich hinter uns gelassen. Was die Verwaltungskosten angeht, so sind wir inzwischen auf einem deutlich niedrigeren Niveau als der Markt. Nach einer aktuellen Untersuchung des Map-Reports gehören wir in einem Fünf-Jahres-Vergleich von 2011 bis 2015 mit 1,53 Prozent zu den drei besten Unternehmen unserer Branche. Auch unsere RfB-Quote konnten wir erheblich steigern. Insofern haben wir an vielen Schrauben gedreht. Die Kosten waren eine davon. Zwischen 2013 und dem letzten Geschäftsjahr haben wir diese um über 20 Mio. Euro senken können. Aber auch im Risiko-Ergebnis und in der Kapitalanlage sind wir klar besser geworden.

VWheute: Der eigene Vertrieb wurde in den letzten Jahren umstrukturiert. Warum war das nötig, und sind Sie damit schon am Ziel?

Ralf Kantak: Wir sind noch nicht am Ziel. Das war aber in der relativ kurzen Zeit seit dem Start vor rund zwei Jahren auch noch gar nicht zu erwarten. Den Weg der Neuausrichtung konnten beziehungsweise. wollten nicht alle Außendienstpartner mitgehen und wir befinden uns jetzt in der Aufbauphase. Der Wiederausbau wird vor allem die Aufgabe des neuen Vertriebsvorstands Olaf Axel Engemann sein, der zum 1. Juli dieses Jahr seinen Dienst aufnehmen wird.

VWheute: Sie verstehen sich als Partner der Volks- und Raiffeisenbanken. Wie stark ist dieser Vertriebsweg?

Ralf Kantak: Rund 300 Volks- und Raiffeisenbanken sind für uns nach wie vor ein ganz wesentlicher Vertriebsweg. Wir sind mit ihnen seit Jahrzehnten traditionell verbunden. Auch sind sehr viele der Banken-Mitarbeiter bei uns versichert. Dadurch sind wir tief verwurzelt in der Genossenschaftlichen Finanz-Gruppe. Es ist für uns wichtig, die Potentiale, die es im Bankenkanal gibt, zum beidseitigen Nutzen zu heben. Die sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass es eine hohe Vertrauensbasis zwischen den Volks- und Raiffeisenbanken und ihren Kunden gibt. Den Banken bieten wir für ihre Mitarbeiter Gruppen- oder Firmentarife an. Auf der anderen Seite pflegen wir natürlich auch die anderen Vertriebskanäle wie Makler, Kooperationen und das Verbands- sowie Direktgeschäft. Wir müssen eben auf allen Vertriebswegen präsent und breit aufgestellt sein.

VWheute: Sie sehen in der betrieblichen Krankenversicherung Wachstumspotentiale. Wie kann man diese Sparte aus ihrem Nischendasein heben?

Ralf Kantak: Auf das Thema Gesundheit sprechen wir verstärkt gerade mittelständische Unternehmen an. Die Gesundheit der Mitarbeiter wird den Firmen zunehmend wichtiger. Das ist das Ergebnis vieler Umfragen. Auch aus dem einfachen Grund, um Fachkräfte langfristig zu binden. Dafür stehen wir mit einem professionellen Gesundheitsmanagement zur Verfügung. Zusätzlich können je nach den Wünschen der Belegschaft Risiken preisgünstig auch für deren Familien abgesichert werden. Die bKV ist für uns nach wie vor ein wesentliches Wachstumsfeld.

Die Fragen stellte VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte.

Bild: Ralf Kantak (Quelle: SDK)

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