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Run-off: Verkauft die Generali Lebenbestände an Viridium?

29.06.2018 – generali_muenchenEs brodelt wieder einmal die Gerüchteküche um einen möglichen Run-off der Lebensversicherungsbestände der Generali. Medienberichten zufolge führt der Versicherer exklusive Verhandlungen mit Viridium über den Verkauf von vier Millionen Lebensversicherungs-Policen. Die Generali selbst wollte “wie bisher die Gerüchte im Markt nicht kommentieren”.

Eine finale Entscheidung soll allerdings noch ausstehen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit dem Prozess vertraute Person. Offen ist hingegen auch noch die finale Entscheidung darüber, ob die Generali ihre Bestände überhaupt in einen externen Run-off schicken will. Sicher scheint bislang nur: Eine Entscheidung falle “sehr wahrscheinlich vor dem Sommer”, konstatierte Generali- Deutschland-Chef Giovanni Liverani jüngst im Handelsblatt. Viridium selbst wollte sich auf Anfrage von VWheute “zu Marktgerüchten prinzipiell nicht äußern”.

Unmöglich scheint eine externe Lösung dennoch nicht zu sein: “Es deutet manches darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit wächst, dass es zum externen Run-off, wie eine solche Trennung in der Branche genannt wird, kommt”, betonte jüngst Verdi-Versicherungsexpertin Martina Grundler. “Die Arbeitnehmervertreter haben aber doch den Eindruck, dass es nur noch die Frage ist, ob ein Verkauf an externe Kandidaten mit Minderheitsbeteiligung der Generali vollzogen wird – oder ob sich die Gesellschaft komplett trennt von den vier Millionen Policen. Ein Verbleib der Policen im Unternehmen wird dagegen weniger diskutiert, was wir sehr bedauerlich finden”, ergänzte die Gewerkschaftsvertreterin.

Die Viridium-Gruppe verwaltet derzeit bereits drei kleinere Bestände. Die Frankfurter Leben verwaltet aktuell die ehemaligen Bestände der Basler (128.000 Verträge) und der Arag Lebensversicherungs AG (322.000 Verträge). Die Übernahmen der Pro bAV Pensionskasse der Axa mit 260.000 Verträgen sowie der Prudentia Pensionskasse AG mit 50.000 Policen bedürfen noch der Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Die Finanzaufsicht selbst hat mit einem Verkauf von Lebensversicherungsbeständen hingegen wenig Bauchschmerzen. Demnach sei ein Run-off “kein Verrat am Kunden, sondern eine legitime unternehmerische Entscheidung”, betonte Bafin-Präsident Felix Hufeld.

Bereits Anfang März wurde bekannt, dass sich neben Viridium auch die Frankfurter Leben sowie Athora an einem Kauf der Bestände interessieren. Die Angebote sollen sich laut Bloomberg auf eine Mrd. US-Dollar belaufen, das entspricht in etwa 812 Mio. Euro. Das Portfolio von Generali-Leben soll in etwa 40 Mio. Euro an “insurance assets” aufweisen, berichteten Insider. (vwh/td)

Bildquelle: Generali

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