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Terror ist nicht kalkulierbar und Alkohol verhütet Schäden

27.02.2017 – karneval_hexen_omron_pixelio.deKarneval ist für Millionen die Zeit zum Lachen, Bützen und Schunkeln – häufig in Verbindung mit Alkohol. Doch spätestens seit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin bergen solche Großveranstaltungen erhebliche Risiken. VWheute hat mit bedeutenden Versicherern über die Gefahren im Karneval gesprochen und erfahren: Terror ist nicht berechenbar und Alkohol wirkt unfallverhütend.

Beim Thema Terror stoßen selbst erfahrene Versicherer an ihre Grenzen: “Terror ist ein unkalkulierbares Risiko, was man mit Blick auf Schäden bei Teilnehmern und Zuschauern nicht über einen herkömmlichen Versicherungsschutz abdecken kann. Daher ist das Terrorrisiko über den Haftpflichtversicherungsschutz ausgeschlossen”, erklärt Udo Krumbiegel, Abteilungsleiter Haftpflichtversicherung bei der Provinzial Rheinland (siehe KÖPFE und POSITIONEN). Über die Haftpflichtversicherung ist der Veranstalter nicht abgesichert, bestätigt die Provinzial, die traditionell den Karnevalsumzug in Düsseldorf versichert, es können aber spezielle Deckungen am Markt vereinbart werden. “Welche Versicherungen ein Veranstalter zudem noch abschließt, liegt in seiner eigenen Verantwortung”, betont Krumbiegel. Möglich ist beispielsweise eine Ausfallversicherung die greift, wenn der Umzug wegen einer (Terror-) Gefahr abgesagt werden muss.

Der Spezialversicherer Extremus, der Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden durch Terrorakte versichert, bietet allerdings keinen Schutz für Karnevalsumzüge, wie VWheute mittels Nachfrage erfuhr. Zwar hat der Spezialversicherer sein Angebot kürzlich aufgestockt und auch beim Anschlag in Berlin einen Teil der Kosten übernommen, allerdings hatte der zu entschädigende Kunde bereits vor dem Anschlag eine Versicherung, die auch die beim Anschlag versicherten Objekte beinhaltete. Zudem haftet Extremus nicht bei Personenschäden.

Der Teufel Alkohol

Jenseits des Terrors drohen aber noch andere Gefahren. Hunderttausende Menschen auf engem Raum und Alkohol in Strömen – da müssen doch Unfälle, Schäden und Rechtsklagen die Folge sein. Weit gefehlt: Eine Anfrage direkt ins Herz des Karnevals, an die Gothaer (Köln) und Arag (Köln), ergab: Alkohol und Karneval ist nach den Zahlen der beiden Versicherer schadenverhütend. Die Arag verzeichnet keinen Anstieg der Schadenfälle zur Karnevalszeit.

Der Kölner Versicherer Gothaer schreibt sogar von unverkennbar sinkenden Zahlen: “2016 lag der Durchschnitt der Schäden, die sich zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch ereignet haben, bei der Gothaer sogar deutlich unter dem Jahresdurchschnitt. Wir können durch Karneval also keineswegs einen Anstieg der Schadenfälle verzeichnen, es ereignen sich sogar weniger Schäden.” Die einzige Ausnahme sei die Unfallversicherung, da habe es im letzten Jahr tatsächlich zwei Schäden mehr als im Jahresdurchschnitt gegeben – eine für die Statistik vernachlässigbare Größe. Auch in den Vorjahren konnte die Gothaer keinen Anstieg bei den Schäden erkennen.

Na dann, ihr fröhlichen Jecken und Narren: Hoch die Tassen. Aber nicht übertreiben, zwar decken die meisten Versicherungen auch Unfälle oder Schäden unter Alkohol ab, das richtige Maß ist allerdings zu beachten. (vwh/mv)

Bild: Karnevalshexen (Quelle: Omron / pixelio.de)

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