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Robotics und die große Imitation des Sachbearbeiters

09.08.2017 – 626986_web_R_by_Erwin Lorenzen_pixelio.deDas Thema Robotics elektrisiert – auch die Versicherungsbranche. Bäte, Buberl, Rieß und Co. sehen entsprechende Ansätze als Rezeptur zur Kostensenkung, aber auch als mögliche Gegenbewegung zum Outsourcing. Reine Effizienzgedanken jedoch greifen zu kurz, es geht vor allem um den großen Qualitätssprung. Die Mitarbeiter ihrerseits müssen am Ende nicht zwangsläufig die Verlierer sein.

Roboter können den Menschen zunächst in vielen Anwendungsfällen unterstützen, ihn dennoch gerade in Entscheidungssituationen eines Geschäftsprozesses vielfach (noch) nicht ersetzen. Versteht man die Anwendungsfälle und den Nutzen von Robotisierung und schaut auf den Finanzbereich, so wird der einzelne Mitarbeiter Robotisierung meist nicht als Fluch, sondern eher als Segen betrachten.

Im Zuge der Einführung einer umfassenden Robotics-Initiative bei einem globalen Versicherer wurden etwa drei Back-Office-Prozesse weitgehend und mit großem Erfolg automatisiert. Infolgedessen stieg der Automatisierungsgrad über alle Prozesse hinweg auf 45 Prozent.

Die Produktivität der Mitarbeiter im Back Office wurde deutlich optimiert, da sie sich verstärkt um tatsächlich wertschöpfende Aufgaben kümmern konnten. Das Projekt amortisierte sich bereits nach acht Monaten.

Doch was eigentlich ist Robotics? Einerseits steht es für das Ziel der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen. Robotics allerdings grenzt sich von bisherigen Automatisierungsverfahren dadurch ab, dass nicht der klassische IT Werkzeugkasten zur Anwendungs- und Schnittstellenentwicklung zum Einsatz kommt.

Brücke zwischen Tools und Medien

Am Markt angebotene Robotics-Tools werden zu individuellen, auf die relevanten Prozesse bezogenen Robotern konfiguriert und imitieren den Menschen bei der Verarbeitung bestehender Prozesse und können damit Brücken zwischen Tools und Medien schlagen.

Prozesse können in diesem Zuge ­überdacht werden, so sollte ein Roboter nicht immer Aufgaben deckungsgleich zu den Aktivitäten eines Menschen abarbeiten.

Erste Erfahrungen aus Robotisierungsprojekten zeigen, dass sich der Automatisierungsgrad über alle Prozesse hinweg deutlich steigern lässt und dies auf zahlreiche Unternehmensbereiche anwendbar ist.

Unterschätzt wird in der aktuellen Diskussion jedoch , dass mit zunehmender Einsatzbreite und -vielfalt von Robotern in der Organisation dann auch Konzepte zum laufenden Betrieb und der Steuerung (u. a. Governance-Strukturen) zu entwickeln und diese personell und organisatorisch im Unternehmen zu verankern sind.

Grundsätzlich ist hier aber eine Sorge zu nehmen: Die Lizenzkosten für Robotisierungstools bewegen sich gemessen an sonstiger im Finanzumfeld eingesetzter IT eher im niedrigen Preissegment.

Robotisierung elektrisiert – das sollte im Finanzbereich von Versicherungsunternehmen nicht nur auf Interesse stoßen, sondern auch in konkreten Aktivitäten münden, um Digitalisierung auch auf prozessualer Ebene schnell nutzbar zu machen.

Die Autoren Rolf Meyer, Markus Enk und Peter Rückershäuser sind bei Bearing Point tätig.

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bildquelle: Erwin Lorenzen/ PIXELIO / www.pixelio.de

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