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Rechtsschutz: Allianz bedient sich bei der Ergo

11.01.2018 – ERGO Düsseldorf - Bild 2Die Ergo räumt beim Rechtsschutzversicherer DAS mächtig auf. Die Tochtergesellschaft des Düsseldorfer Versicherungskonzerns in der Schweiz sowie Versicherungsportfolios in Luxemburg und Slowakei werden künftig von der Allianz betrieben. Über die finanziellen Einzelheiten der Transaktion haben die Akteure Stillschweigen vereinbart.

Mit dem Verkauf will sich die Ergo nach eigenen Angaben ihren Fokus auf die selbst definierte Drei-Säulen-Strategie stärken. Damit will sich der Konzern vor allem auf die entwickelten Märkte in Europa wie Polen oder Griechenland sowie auf die asiatischen Märkte in China und Indien konzentrieren. “Im Zuge unserer Internationalisierungsstrategie stellen wir unser Geschäft ständig auf den Prüfstand. Schließlich sehen wir uns in der Rolle des Tempomachers und nicht des Mitläufers. Es reicht uns nicht, nur dabei zu sein, sondern unser Anspruch ist es, zu den innovativen Treibern in unserem Geschäft zu gehören – und das überall dort, wo wir aktiv vor Ort sind”, begründet Alexander Ankel, Chief Operating Officer der Ergo International AG, den Verkauf der DAS.-Töchter.

Dass es nicht in allen europäischen Auslandsgesellschaften derzeit zum Besten steht, belegt der jüngste Skandal um windige Autogeschäfte in Russland. So wurde Anfang Oktober 2017 bekannt, dass einige Mitarbeiter der Ergo Rus durch  Geschäfte mit Tagesversicherungen für Auslandsfahrten und den Weiterverkauf gestohlener Fahrzeuge ihr persönliches Einkommen erheblich aufgebessert haben. Dabei sei dem Konzern ein Schaden in niedriger Millionenhöhe entstanden. Ein Unternehmenssprecher bestätigte zwar die Ermittlungen der russischen Polizei gegenüber der FAZ, machte allerdings keine weitere Angaben dazu. Allerdings spielt die Ergo Rus mit Beitragseinnahmen von zuletzt 140 Mio. Euro nur eine Nebenrolle.

Für die Allianz jedenfalls passt der Kauf in ihre aktuelle Strategie, außerhalb des Lebensgeschäfts durch neue Zukäufe wachsen zu wollen. Mit einem Prämienvolumen von rund 550 Mio. Franken und einer Wachstumsrate von 5,3 Prozent allein im Jahr 2016 ist der Markt für Rechtsschutzversicherungen in der Schweiz sehr attraktiv, heißt es beim Münchener Versicherer. Die Allianz-Tochter CAP ist mit einem Prämienvolumen von derzeit rund 70 Mio. Franken die Nummer vier auf dem Schweizer Rechtsschutzmarkt, die DAS. Schweiz rangiert derzeit auch Rang acht mit Beitragseinnahmen von rund 34 Mio. Franken.

Allerdings hatte Allianz-Konzernchef Oliver Bäte unlängst größere Akquisitionen abgelehnt. “Durch den Börsenboom sind andere Unternehmen sehr teuer geworden. Das gilt insbesondere für die Sachversicherungen, die uns interessieren. Wir beobachten aber den Markt, und [...] wir werden nicht mehr ewig Aktienrückkäufe tätigen”, betonte er Ende Dezember gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

“Mit diesem Schulterschluss wollen wir Wachstumschancen im Nichtlebengeschäft nutzen und unsere Wettbewerbsposition weiter stärken. Damit schaffen wir beste Voraussetzungen für unsere Kunden und sind in diesem Wachstumsmarkt hervorragend positioniert”, kommentiert Severin Moser, CEO der Allianz Suisse, die Übernahme der Ergo-Tochter. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden soll die Transaktion bis Anfang April vollzogen werden. (vwh/td)

Bildquelle: Ergo

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