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Perfekte Symbiose? Warum Versicherer Insurtechs brauchen

06.10.2017 – OLYMPUS DIGITAL CAMERADynamik und Tempo, Erfahrung und Know-how: Diese Elemente zusammenzuführen mag nicht ganz einfach sein. Versicherer können ein Lied davon singen. Längst ist die Super-Effizienz zu einer unternehmerischen Mission geworden, von deren Erfüllung man aber noch ein gutes Stück entfernt sind. Auf der Suche nach der perfekten Symbiose springen die Versicherer auf den Insurtech-Zug auf, wohin die Reise tatsächlich führt, wissen nur wenige.

“Versicherer, die mit breit aufgestellten Start-ups zusammenarbeiten, können ihr angestaubtes Image aufpolieren und neue Erlöskanäle erschließen”, erklärt Insurtech-Expertin Anna Luise Buszello. Viele Start-ups hätten erkannt, dass es nicht ausreicht, das traditionelle Geschäftsmodell etablierter Versicherer zu nehmen, es zu digitalisieren und bunt zu vermarkten. Es gehe darum, neue Services zu integrieren und mit den richtigen Touch-Points die Kunden an sich zu binden.

Die etablierten Versicherer wiederum haben aufgrund jahrzehntelang gewachsener Arbeitsprozesse zwar das Know-how, aber nicht das Tempo, um mit den Start-ups schrittzuhalten. Lange Entscheidungswege und teilweise verkrustete Strukturen hindern die Unternehmen daran, ihre digitalen Agenden schnell mit Leben zu füllen.

“Viele Plattformen der Versicherer sind noch immer auf das reine Abbilden der Versicherungsverträge beschränkt. Das hat zur Folge, dass der Versicherungsnehmer die Website seiner Versicherung nur aufruft, um seine Vertragsdaten zu prüfen oder um nach der Kundenhotline zu suchen”, kritisiert Buszello.

Insurtechs indes bieten Versicherten zum Beispiel die automatische Teil-Rückzahlung ihrer Prämie bei Schadensfreiheit, eine kostenlose Online-Beratung oder integrierte Tarifvergleiche an. Jeder Zusatzservice, den der Kunde sonst auf einer anderen Seite bekommen könne, führe zu einer höheren Besucherfrequenz auf dem Versicherungsportal.

Start-ups sind ein Katalysator der Branche

Dass Start-Ups ein Katalysator in der Branche sind, der Veränderungen in Gang setzt, glaubt Jan-Oliver Thofern. Ein Bedrohungspotenzial kann der Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von Aon Benfield Deutschland derzeit noch nicht erkennen. “Die jungen Unternehmen werden den Digitalisierungsprozess in der Branche beschleunigen und mehr Kundenorientierung erzeugen.” Beteiligungen oder Kooperationen kann sich der Manager selbst gut vorstellen.

Der Markt um die digitalen Versicherungs-Startups gewinnt immer mehr an Fahrt. Das zeigt u.a. das Quaterly Insurtech Briefing. Seit 2012 haben demnach bereits über 600 Unternehmen in die Insurtechs investiert. Allein im ersten Halbjahr 2017 wurden 102 Deals mit einem Volumen von 1,3 Mrd. US-Dollar geschlossen.

Ziel der Versicherer muss es langfristig sein, dass der Kunde seine Police nicht nur mit dem Szenario Schadenfall assoziiert, sondern als Serviceerbringer, der seine Kunden kennt und sich um sie kümmert.

Dieses “Feeling”, so Buszello, steht bei Insurtechs im Vordergrund und kann bei einer Kooperation positiv auf den Traditionsversicherer abfärben. (mst)

Bildquelle: luise / PIXELIO (www.pixelio.de)

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