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Namensstreit eskaliert: Bayerische unterstellt VKB kein öffentlicher Versicherer zu sein

03.04.2017 – Martin Graefer und Peter Cassalette, Praesident TSV 1860 - quelle die bayerischeDie Bayerische war an einer außergerichtlichen Einigung interessiert – Kläger VKB ging nicht darauf ein. Vor dem Landgericht München I beginnt am 16. Mai das Verfahren, wer den Wortbestandteil “die Bayerische” verwenden darf. Der kleine Versicherer startet zur Gegenattacke: Die VKB sei gar kein öffentlich-rechtlicher Versicherer, weil fast “jede weitere Gesellschaft der VKB in einer privatrechtlich organisierten AG geführt wird.”

“Zumal der öffentlich-rechtliche Versicherer selbst im privat- und normalen Firmenkundengeschäft gar nicht aktiv ist. Gleichzeitig aber wird nach Auffassung unserer Juristen dem Kunden gegenüber dargestellt, dass eine besondere Sicherheit durch eine öffentlich rechtliche Haftung bestehen würde. Es stellt sich schon die Frage, ob dieser Eindruck so gerechtfertigt ist und ob dieser dem Kunden nicht eher einen falschen Eindruck vermittelt”, erklärt die Bayerische auf Anfrage.

Im Sommer 2016 kündigte die Versicherungskammer Bayern (VKB) eine Klage an, berichtete VWheute. Der Artikel “die”, den “die Bayerische” im Namen trage, suggeriere, es könne nur “eine” bayerische Versicherung geben, argumentierte der größte öffentliche Versicherer Deutschlands. Der Konkurrent kontert: “Schon deutlich vor unserem Markenrelaunch in ‘die Bayerische’ im Oktober 2012  hat es intensive Gespräche mit Vorständen der Versicherungskammer Bayern mit einem guten kollegialen Kontakt gegeben. Da wir mit der VKB seit vielen Jahren kooperativ im Bereich der PKV verbunden sind und unsere Unternehmen auch seit nun fast 160 Jahren in Bayern und mit dem Namensbestandteil ‘Bayern’ im Wettbewerb nebeneinander arbeiten, hat uns der juristische Angriff sehr überrascht”, heißt es von der Bayerischen.

Die Bayerische existiert seit 1858, man kennt sie unter ihrem Namen jedoch seit 2012, zuvor hieß die Gesellschaft BBV oder “Bayerische Beamten Versicherung”. Historisch gesehen, so argumentiert die Bayerische, habe man die “Bayerische” im Firmennamen länger als die VKB. Zwar reichen die Wurzeln der VKB bis in das Jahr 1811 zurück, damals hieß sie jedoch “Allgemeine Brandversicherungsanstalt”. Im Besitz der öffentlichen Hand befindet sich das Unternehmen seit 1875 – dank eines Erlasses von König Ludwig II. von Bayern. Seit 1896 lautet der Name “Königliche bayerische Brandversicherungskammer”, seit 1918 “Bayerische Versicherungskammer”.

“Natürlich waren und sind wir an einer außergerichtlichen Einigung sehr interessiert. Leider wurden unsere kooperativen Vorschläge hierzu jedoch von der VKB zumindest bisher nicht angenommen”, argumentiert der Versicherer. Die VKB wollte sich dazu nicht äußern. Für den Fall der Fälle hat sich die Bayerische noch keine alternativen Namen überlegt. “Wir sind davon überzeugt, dass wir hier auch juristisch die besseren Argumente vor Gericht vortragen werden. Insofern gehen wir davon aus, dass wir unsere erfolgreich etablierte Marke verteidigen.”

Einer dieser Argumente zielt auf die Angaben der VKB, die laut der Bayerischen übertrieben seien. Die Konzernmutter VKB habe viel weniger Personal, weniger Umsatz und geringere Kapitalanlagen als die Bayerische. Es bestehe auch keine Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Versicherern. Die VKB sieht das anders und beruft sich dabei auf eine Allensbach-Umfrage. Die Bayerische unterstellt dieser Umfrage jedoch schwerwiegende Mängel. (dg)

Bild: Martin Gräfer (links) und Peter Cassalette, Präsident TSV 1860, präsentierten 2016 das neue Trikot mit der Bayerischen als neuem Hauptsponsor. (Quelle: die Bayerische)

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Weitere Schlaglichter bei VWheute:

Weniger Gewinn für W&W
“Die W&W-Gruppe hat große Potenziale, wenn wir sowohl unsere traditionellen Vertriebswege als auch die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzen”, sagt der neue CEO Jürgen A. Junker. Die Zahlen des Konzerns deuten das Potenzial an und lesen sich gut, auch wenn der Konzernüberschuss gegenüber dem Rekordjahr 2015 fiel, gibt es Positives zu berichten.

DVAG: “Nichts tun, bedeutet Altersarmut”
Der Primus taumelt und wankt nicht. Die DVAG hat 2016 nicht nur gute Zahlen aufgelegt, sondern ein Rekordjahr hingelegt. Über Erfolg, fehlende Absicherung, Zinsen und vieles weitere hat VWheute mit dem DVAG-Chefvolkswirt Ralf Joachim Götz gesprochen. Lesen sie, warum laut Götz Passivität zu Altersarmut führt und warum aktienorientierte Investmentfonds neben Lebensversicherungen existieren können.

Die politische Woche: Betriebsrenten auf der Zielgerade
Für Bundestag und Bundesrat hat bereits die Osterpause begonnen. Der Bundestag hat bis zum Ende der Legislaturperiode nur noch fünf Sitzungswochen. Nach Informationen von VWheute dürfte Mitte Mai das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) beschlossen werden. Zudem gibt sich die Politprominenz auf dem Bankentag ein Stelldichein.

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