Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 


- Anzeige -

MLP: Spannung vor der Jahresbilanz

22.02.2017 – MLP-Gebaeude_MLPWenn der Finanzdienstleister MLP an diesem Donnerstag seine Geschäftszahlen für 2016 veröffentlicht, liegt die Aufmerksamkeit der versammelten Presseschar auch auf dem jüngst eingeleiteten Konzernumbau. MLP will das Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäft sowie das Makler- und Beratungsgeschäft künftig in zwei gesellschaftsrechtlich getrennten Gesellschaften weiterführen.

Ziel der Maßnahmen ist es nach Unternehmensangaben, die freien aufsichtsrechtlichen Eigenmittel schrittweise bis Ende 2021 zu erhöhen. Damit solle der strategische Handlungsrahmen “für Innovationen, Akquisition und Dividenden” erweitert werden, teilte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von VWheute mit. Für die Umsetzung der Maßnahmen will der Finanzdienstleister in diesem Jahr rund neun Mio. Euro in die Hand nehmen. Dem Konzernergebnis soll dieser Schritt jedenfalls keinen Abbruch tun. So rechnet der Finanzdienstleister für 2017 mit einem Jahresergebnis vor Zinsen und Steuern von mindestens 36 Mio. Euro. Dies entspricht laut MLP einem Plus von 17 Prozent gegenüber 2015 (30,7 Mio. Euro).

“Unser Bankgeschäft ist risikofern. Trotzdem schlagen die seit der Finanzkrise deutlich gestiegenen Kapital- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen vollständig bei uns durch. Durch die Erhöhung unserer freien Eigenmittel erweitern wir unsere unternehmerischen und wirtschaftlichen Spielräume deutlich, vor allem für Investitionen und Akquisitionen, aber auch in der Dividendenausschüttung”, kommentiert Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender der MLP AG, die Umstrukturierungspläne.

Zumindest wirtschaftlich scheint der Finanzdienstleister auf Kurs zu liegen. So verdiente MLP allein in den ersten neun Monaten rund 405 Mio. Euro. Dies entsprach einem Umsattplus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2015: rund 357 Mio.). Die Provisionserlöse stiegen zudem um 14 Prozent auf rund 389 Mio. Euro (2014: 341 Mio.). Der Konzernüberschuss lag zum Ende des dritten Quartals 2016 bei 9,6 Mio. Euro (2015: 3,7 Mio.).

Dennoch war das vergangene Jahr nicht gerade frei von Misstönen gegenüber dem aktuellen Vorstandschef Uwe Schröder-Wilberg. Im Rahmen der Hauptversammlung hatte Gesellschafts- und Bilanzrechtler Karl Benedikt Biesinger – nach eigener Aussage im Auftrag “besorgter MLP-Aktionäre und Mitarbeiter” – den Vorstandsvorsitzenden heftig kritisiert. Der Hauptvorwurf: MLP habe unter der Führung von Schroeder-Wildberg seine eigentliche Stärke, den Vertrieb, “verlernt”. Als größten strategischen Fehler Schroeder-Wildbergs bezeichnete Biesinger den Verkauf der früheren MLP Lebensversicherung, heute Heidelberger Leben.

Der wies die Vorwürfe als “nicht nachvollziehbar” zurück. “Die Motivlage von Herrn Biesinger ist für uns intransparent”, erklärt der MLP-Chef damals über einen Pressesprecher. “Er hat sich offensichtlich für die persönlichen Interessen Einzelner einspannen lassen”, erklärte er auf Anfrage von VWheute. Zudem sei “seine Kritik für uns nicht nachvollziehbar – genauso wenig wie für Aktionäre”, hieß es vom Unternehmen weiter.

Dennoch stärkte ihm der Aufsichtsrat jüngst den Rücken. Nach Unternehmensangaben wurde der bis 31. Dezember 2017 laufende Vertrag Schröder-Wilbergs um weitere fünf Jahre bis Ende 2022 verlängert. Schroeder-Wildberg kam bereits 2003 als Finanzvorstand zu MLP. Seit 2004 hat der Betriebswirt den Vorstandsvorsitz beim Finanzdienstleister inne. (vwh/td)

Tags:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten