Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Lust und Frust auf den Weihnachtsfeiern der Versicherer

08.12.2017 – AGV Hüttenfest 2016Es gibt wohl kaum einen besseren Ort, um die Grundstimmung einer Firma mit all ihren Eigentümlichkeiten besser zu erfassen als die Weihnachtsfeier. Die Hierarchien sind durchlässiger, die Stimmung gelöster. Auch die Versicherungsmanager nutzen die Zusammenkunft abseits des Büroalltags, um ihre Mitarbeiter mal anders kennenzulernen. Große Partyexzesse sind allerdings nicht (mehr) zu erwarten.

Das Jahr ist so gut wie um, die Feier- und Urlaubstage sind zum Greifen nahe. Der Rahmen der Weihnachtsfeier schafft einen leichten Ausnahmezustand, indem sich alle etwas herausputzen und Chefs neben Praktikanten das Tanzbein schwingen.

Im Rahmen von Weihnachtsfeiern wird zum einen Rückblick gehalten und der Erfolge oder auch Nichterfolge des abgelaufenen Jahres gedacht, verbunden mit dem Aufruf, im kommenden Jahr alles besser zu machen. Viel ist die Rede von Motivation, Visionen, Treue zum Unternehmen und hoher Einsatzbereitschaft.

Hohes Pannenpotenzial auf betrieblicher Adventsfeier

Auf der anderen Seite ist das Pannenpotenzial auf keiner Party so hoch wie auf dem Betriebsfest im Advent. Es geht also also um eine richtige Mischung aus Distanz und Nähe. Plumpe Vertraulichkeiten und alkoholgeschwängerte Duz-Angebote sind fehl am Platz. Und Vorsicht: Bei der Firmenfeier sind Partnerin und Partner, ehemalige Mitarbeiter und betriebsfremde Gäste nicht gesetzlich unfallversichert.

In den Foyers der Hauptverwaltungen und der Standorte versetzen prachtvoll geschmückte Tannenbäume Mitarbeiter und Besucher in festliche Stimmung. An manch einem Arbeitsplatz flackern die Kerzen des Adventskranzes und sorgen für einen gemütlichen Gegensatz zum kalten Bürolicht.

Auch das Angebot in den Kantinen wird, so die Gothaer, auf die Jahreszeit abgestimmt. Es menschelt. Oftmals wendet sich im Dezember der Vorstand mit einem mehr oder weniger besinnlichen Brief an seine Mitarbeiter. So macht es unter anderem die Talanx. Bei der Hanse Merkur gibt es traditionell am 21. Dezember im Atrium einen Weihnachtsempfang. Dort spricht der Vorstandsvorsitzende zur Belegschaft. Anschließend werden die Gläser gehoben und ein wenig Gebäck geknabbert.

Zeitgeist ist in der Branche spürbar

Nach großen Partyexzessen klingt das wahrlich nicht. Vor allem in der Versicherungsbranche ist der Zeitgeist spürbar. In früheren Jahren prägten pompöse Weihnachtsfeiern ganzer Betriebsteile in den letzten Arbeitstagen vor dem Fest das Miteinander. Heutzutage sind die Kaffee- und Stollen-Partys – meist aus Kostengründen – gestrichen worden.

Andere Branchen nehmen gleich kein Blatt vor den Mund und bieten ihren Mitarbeitern an, auf die Teilnahme an der Weihnachtsfeier gänzlich zu verzichten und sich stattdessen etwa 20 Euro auszahlen zu lassen. Das klingt nach einem kleinen Geschenk, geht aber am Thema vorbei.

Ältere Mitarbeiter schwärmen noch heute davon, dass zur Förderung des Gemeinschaftsgeistes mindestens eine Kaffeerunde mit selbstgebackenem Kuchen und Plätzchen im Büro einfach dazu gehörte. Ganz früher ließ sich sogar der oberste Chef bei seinen Mitarbeitern an deren Arbeitsplatz blicken und überreichte persönlich den Briefumschlag mit der Weihnachtsgratifikation in bar sowie eine meist von den Sekretärinnen gefüllte Tüte mit Schokoladen-Weihnachtsmann, Gebäck und Südfrüchten.

Auch in diesem Jahr werden es also reine Privatinitiativen sein, um sich mit den Kollegen doch noch ein wenig in Festtagsstimmung zu versetzen. Oder der Abteilungsleiter lädt seine Mitarbeiter zum Weihnachtsessen in ein bekanntes Restaurant ein, eventuell dann mit feuchtfröhlichem Ausgang.

Geprasst wird zu Weihnachten längst nicht mehr. Man hat gelernt, bescheiden aufzutreten im Zeitalter der Effizienz. Vor allem nach außen. (mst, wo)

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft.

Bildquelle: AGV

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten