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Letzter Strohhalm: Bundeskabinett entscheidet über IDD

18.01.2017 – Merkel dpaKunde oder Versicherer? Wem Vermittler dienen, entscheidet darüber, ob sie Provisionen oder Honorare kassieren. Beides soll es nicht mehr geben. Heute berät das Bundeskabinett über die Änderungsvorschläge der Branchenverbände zur IDD-Umsetzung und damit über die Zukunft des Vertriebs. Vor allem Makler bangen dabei um ihre Existenz. Ihre Marktmacht hat bei Politikern kaum Gewicht, weil die Lobby so zersplittert ist wie die Maklerschaft selbst.

“Weshalb zielt der Referentenentwurf darauf ab, den Beruf des Maklers so zu erschweren, dass es fast unmöglich wird, ihn auf Dauer auszuüben?”, lautet eine der fünf Fragen der Petition “IDD – Nein, Danke!“, gerichtet an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Mittlerweile brauchen Versicherungsmakler die Unterstützung des allen Vermittlerformen offenstehenden und somit neutralen Bundesverbands der Sachverständigen für das Versicherungswesen (BVSV), damit sie politisch gehört werden.

“Jeder kämpft für sich und stimmt sich allenfalls lose über unstrittige gemeinsame Interessen ab. Die Verbände widersprechen sich in wichtigen berufsständischen Fragen teilweise gegenseitig. Auf wen soll die Politik dann hören?”, stellt Professor Matthias Beenken von der FH Dortmund fest. Über alle Versicherungsprodukte hinweg sind Makler seit Jahren bei den Vertriebswegen auf Augenhöhe mit AO-Agenten und Banken.

Diese wirtschaftliche Karte spielen sie nicht aus. Im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) finden sich 1.200 freie Vermittler, doch der Schwerpunkt der Mitgliedergliederstruktur liegt bei der Ausschließlichkeit. Die Masse der kleinen Makler vertritt der AfW – Bundesband Finanzdienstleistung. Der Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Europa (Votum) vereint überwiegend große Strukturvertriebe, der Verband Deutscher Versicherungsmakler e.V. (VDVM) eher Groß- bzw. Industriemakler. Deren Geschäftsführender Vorstand Hans-Georg Jenssen fragt sich, “ob das Lebensversicherungsgeschäft dann überhaupt noch Sinn macht. Oder, ob es nicht besser wäre, insoweit gleich als Honorarberater tätig zu werden.” (siehe POLITIK & REGULIERUNG).

In der IDD-Kritik war sich die Maklerschaft grundsätzlich einig, ebenso bei der Diskussion zum LVRG. Die politische Bedeutungslosigkeit der Vermittler kann man auch auf deren mangelnde Bereitschaft zurückführen, sich überhaupt einem Verband anzuschließen. Weniger als zehn Prozent aller Versicherungsvermittler in Deutschland sind in einem Berufsverband organisiert. Das gilt gleichermaßen für die Ausschließlichkeit wie für die Makler. “Wir bekommen oft zu hören ‘Da müssen die Verbände doch was tun!’, aber eine Rückfrage, in welchem Verband derjenige dann ist, führt häufig zu der eher sinnleeren Antwort ‘IHK’”, erklärt der AfW-Chef Norman Wirth. (dg)

Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). (Quelle: dpa)

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