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“Lernwillige” Debeka kauft sich bei Ottonova ein

20.06.2017 – Dirk-Laue_DebekaDie Debeka steigt bei Ottonova ein. Der bodenständige Marktführer beteiligt sich beim digitalen PKV-Anbieter mit zehn Millionen und erhält dafür etwas mehr als zehn Prozent der Anteile. Die Debeka spricht von einer “relativ kleinen Beteiligung” und sieht das Digitalunternehmen nicht als direkte Konkurrenz. Man möchte aber von den Münchenern lernen und die “Entwicklung beobachten”. Ottonova wartet auf die Erlaubnis der Bafin.

Dass die Debeka Ottonova positiv gegenübersteht, betonte Vorstandschef Uwe Laue kürzlich im Interview mit dem Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft: “Zunächst einmal sehe ich die Neugründung Ottonova als weiteren Beleg dafür, dass die PKV ein Sicherungsmodell mit Zukunft ist. Ob sich dabei ein rein digitales Produkt durchsetzt und wer sich gegebenenfalls wann am Markt entsprechend anpasst, wird sich zeigen. In jedem Fall wird die Digitalisierung den Wandel der PKV vom ‘Payer’ zum ‘Player’ extrem beschleunigen. Große Nutznießer werden die Versicherten sein.”

Auf Nachfrage bestätigte auch Christian Arns, Leiter Konzernkommunikation bei den Koblenzern, die Marschrichtung, die Laue vorgibt: An aktuellen Entwicklungen partizipieren, ohne von den eigenen Stärken abzuweichen. “Die Welt dreht sich weiter, da müssen wir mitgehen. Wir sehen Ottonova nicht als direkten Konkurrenten, da deren Zielgruppe, mehrheitlich junge, gut verdienenden digital natives sind, die nicht, oder nur in einem geringen Maß, der unseren entspricht”, erklärt Arns. Ein Vorteil der Beteiligung sei, dass man bei Ottonova live miterleben könne, wie sich ein Volldigitaler Versicherer am Markt schlägt und auch welche Probleme auftreten. Die Debeka werde weiterhin an “der persönlichen Betreuung und den bewährten Vertriebswegen” festhalten.

Die Debeka bastelt derzeit an einem weiteren Digitalisierungsthema, dass aber aktuell noch nicht spruchreif sei – VWheute wird sie auf dem Laufenden halten. Die Zeit für die Weiterentwicklung des neuen Projekts dürften die Koblenzer haben, denn die Erlaubnis für das mitgegründete “Rentenwerk” traf vor wenigen Tagen ein.

Ottonova hat mit der Beteiligung der Debeka 40 Mio. Euro eingesammelt, die Anteile der Debeka werden bei einem Scheitern bevorzugt ausgezahlt. Die Finanzierung und Kapitalisierung scheint also zu stehen. Dennoch konnte Gründer Roman Wittweger bisher noch nicht mit dem Zeichnen von Verträgen beginnen, denn die Erlaubnis der Bafin stand noch aus. Auf Nachfrage erfuhr VWheute, dass diese erteilt wurde und pünktlich zum Geschäftsstart am morgigen Mittwoch eintreffen wird. (vwh/mv)

Bild: Uwe Laue (Quelle: Debeka)

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