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Lebensversicherer sind besser als Banken

12.01.2017 – Felix_Hufeld_BafinDie Lebensversicherer sind für die “fortdauernde Zinsdurststrecke gerüstet”, sagt Felix Hufeld. Auf dem Neujahrspresseempfang in Frankfurt am Main lobte der Bafin-Präsident die so oft gescholtene Branche. Nach dem Brexit haben die ersten Versicherer und Banken bei der deutschen Finanzaufsicht angeklopft. Ihre Eigenkapitalbasis erfolgreich gestärkt hätten die Lebensversicherer, befand Felix Hufeld zu Beginn seiner Rede.

Auch für anhaltend niedrige Zinsen seien sie gerüstet. Die Banken hingegen müssen bei dem Eigenkapital noch nachbessern. “Aussitzen ist keine Lösung”, mahnte der Bafin-Präsident. Solvency II sei tatsächlich eine Zumutung für Versicherer, sagte Hufeld.

Dazu trägt die marktwertbasierte Regulierung bei. Sie wirke prozyklisch. Aber die Vorteile überwögen: Solvency II bildet Risiken besser ab und macht sie dadurch steuerbar. Die Versicherer seien in der “neuen Aufsichtswelt angelangt”, den Weg dorthin beschreibt Hufeld als Tour de France. Ob Zumutung oder nicht: “Ein Spaziergang wird Solvency II nie werden”, sagte der Bafin-Präsident. Die Gemengelage aus Niedrigzins und neuen Regeln will die Bafin “aus nächster Nähe” betrachten: Regulierung als “intensivierte Aufsicht.”

Ausreichende Solvenz bei unternehmerischem Spielraum. Diese Maxime leite die Bafin bei der Regulierung von Finanzdienstleistern. Eine gute Entscheidung sei es vergangenen Samstag gewesen, die endgültige Entscheidung über den Basel-III-Entwurf zu vertagen. Schließlich müsse ein Kompromiss gefunden werden, der möglichst global in der Bankenaufsicht angewandt wird.

Versicherung im Nebenerwerb

Beim Thema Digitalisierung entpuppt sich der Bafin-Präsident als Anhänger Joseph Schumpeters. Diese berge als “schöpferische Zerstörung” auch Chancen. Mit Spannung beobachtet die Behörde, welche Glieder der Wertschöpfungskette verschwinden, welche Geschäftsfelder neu entstehen und ob die großen Datensammler als Finanzdienstleister im Nebenerwerb in den Markt eintreten werden. Auf echte Insurtech-Erstversicherer wartet die Bafin noch, sieht man einmal von dem Schließfach-Versicherer Astra-Direkt ab.

Nach dem Brexit bekommt der Standort Deutschland und die deutsche Finanzaufsicht Zulauf von britischen Banken. Verschiedene Finanzdienstleister aus London hätten schon angeklopft, verkündete Hufeld. Namen und Zahlen wollte der Bafin-Chef nicht nennen. (de)

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