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Laue: “Bürgerversicherung führt zur Ungerechtigkeit”

03.03.2017 – uwe_laue_lieDer PKV-Marktführer Debeka wächst erneut deutlich gegen den Markttrend und forciert ein Vergleichsportal mit anderen Anbietern. Die mit zunehmender Begeisterung für Martin Schulz immer realistische werdende Bürgerversicherung führe laut Debeka-Chef Uwe Laue dagegen nicht zu mehr Gerechtigkeit. Vielmehr handele es sich dabei um einen tatsächlichen Einnstieg in eine Zwei-Klassen-Medizin.

Demnach würden sich Vermögende dann gezielt Behandlungen erkaufen, während der Großteil der Bevölkerung in einem Einheitssystem – ohne den Wettbewerb zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung (GKV/PKV) – mit deutlich schlechteren Leistungen rechnen müsse, krisitiert die Debeka. Zudem seien PKV-Versicherte nicht in der Mehrzahl “Reiche”. “Das ist ein Märchen”, sagt Vorstandschef Uwe Laue. Ferner sei es auch Augenwischerei, dass von einzelnen Parteien immer so getan werde, als ob die PKV der kranke Patient sei, den man nur mit der GKV zusammenlegen müsse, und alle wären geheilt.

Debeka forciert Transparenz

Zudem will die Debeka 2017 nach den Worten Laues einen “Beitrag zu mehr Transparenz im Markt der Vergleichsportale für die private Krankenversicherung leisten”. Zusammen mit der Concordia und der Huk Coburg beteiligt sich sie sich am neuen Online-Vergleichsportal KV Fux, das die Freiburger KVpro.de GmbH entwickelt. “KV Fux wird kein Maklerportal”, sagte Laue.

“Im Gegensatz zu anderen Vergleichsportalen wird das neue Portal ohne finanzielle Interessen im Hinblick auf Vertragsabschlüsse betreiben“, so der Debeka-Chef. Verglichen würden die Tarife von 30 PKV-Unternehmen mit einem Marktanteil von über 98 Prozent. Weitere Gesellschaften können sich an diesem Portal, das in Kürze online geht, beteiligen. Der Rechnungskern lehnt sich an die Test-Kriterien einer renommierten Verbraucherschutz-Zeitschrift an. Dem Vernehmen nach liegen die Kosten für die Erstellung des Portals bei gut unter einer Million Euro und die Betriebskosten bei weniger als einer halben Million Euro.

Dass sich die PKV für die Versicherten lohnt, wollen die Koblenzer zudem mit einer Studie des IGES-Instituts beweisen, die im Frühjahr veröffentlicht wird. Die Daten von 700.000 zwischen 1995 und 2015 durchgängig Vollversicherter der Debeka zeigen, eine mittlere Beitragsentwicklung von 1,6 Prozent in letzten zehn Jahren und verschlechtern sich auch nicht, wenn die Beitragsanpassung 2017 eingerechnet wird. Auch hier sollen sich weitere Versicherer beteiligen, um mehr Transparenz zu schaffen. Zum 1. Januar 2017 hat die Debeka bekanntlich die Beiträge in der Vollversicherung um 8,5 Prozent und in der Spitze bis zu 20 Prozent angehoben. Die Debeka-Kunden hätten diese Verteuerung verstanden, so Laue. “Wir hatten ganze 152 Beschwerden bei 1,5 Millionen angepassten Verträgen; davon drei bei der Bafin und drei beim Ombudsmann. So wenig, wie nie zuvor!”, berichtete er.

Krankenversicherer trotzt dem Markttrend

Anders als die Branche ist die Debeka 2016 erneut um netto 33.000 Vollversicherte gewachsen und dürfte damit den höchsten Nettozuwachs erzielt haben. Für 2017 erwartet der Krankenversicherer ein stabiles Neugeschäft auf dem Niveau 2016. “Die ersten beiden Monate sind gut gestartet”, sagte Laue, Die Beitragseinnahmen könnten wegen der Beitragsanpassungen erstmals über sechs Milliarden-Hürde überschreiten. Der Krankenversicherer legte 2016 um 1,3 Prozent auf 5,47 Mrd. Euro (2015: 5,401 Mrd.) zu.

In der Lebesparte sanken die Einnahmen erwartungsgemäß um 3,8 Prozent auf 3,405 Mrd. Euro (2015: 3.539 Mrd.). Insgesamt gingen die Prämieneinnahmen leicht um 0,2 Prozent auf 9,781 Mrd. Euro (2015: 9,803 Mrd.) zurück. Die Einnahmen und Geldeingänge der gesamten Gruppe – einschließlich der Bausparkasse – stiegen um 0,3 Prozent auf fast 13 Mrd. Euro. Zudem hat die Debeka nach eigenen Angaben 7,7 Millionen Schaden- und Leistungsfälle bearbeitet und 7,9 Mrd. Euro an direkten Versicherungsleistungen erbracht. (lie)

Bild: Debeka-Chef Uwe Laue (Quelle: lie)

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