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Kreditversicherer: Fake President is Watching You

07.12.2017 – ron_venthethof_eulerhermesIn diesem Jahr hat der “Fake President” die Unternehmen viel Geld gekostet. Im vorgetäuschten Namen des Chefs haben sich firmenexterne Betrüger in einem Fall knapp 1,7 Mio. Euro überweisen lassen. Bei solchen Einzelfällen wird es nicht bleiben, denn der falsche Präsident lernt schnell dazu, warnt Ron van het Hof, CEO Euler Hermes. Vor der heutigen Jahresbilanz der Kreditversicherer schreibt er exklusiv für VWheute.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik stieg die Zahl der registrierten “Fake-President”-Fälle von Cyber-Schäden auf über 100.000 im Jahr 2016. Prominente Betrugsfälle haben das Gefahrenbewusstsein in den Unternehmen geschärft. Aber auch der falsche “Präsident” lernt schnell dazu: Betrüger hacken sich unbemerkt in EDV-Systeme, spähen Kommunikation und Mitarbeiter aus, stehlen Identitäten, manipulieren Mitarbeiter oder versuchen anderweitig, an sensible Daten zu gelangen.

Der wirtschaftliche Schaden für ein Unternehmen kann schnell existenzbedrohend werden – deswegen bleiben Vertrauensschäden und die geeignete Vorbeugung auch 2018 ein zentrales Thema. Daneben zeichnet sich trotz einiger Herausforderungen – wie den noch nicht absehbaren Folgen des Brexit – eine Beruhigung vor allem in den hochverschuldeten südeuropäischen Ländern ab. Auch in den Schwellenländern stabilisiert sich größtenteils die Wirtschaftslage. Darüber hinaus haben sich die zu Jahresbeginn pessimistischen Prognosen bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung in den Vereinigten Staaten bislang nicht bewahrheitet.

Haben sich die dunklen Wolken, die den Ausblick Anfang 2017 getrübt haben, aufgelöst? Sicherlich nicht, denn an politischen Risiken mangelt es nicht. Nordkorea ist ein Beispiel, aber auch die Unsicherheiten im Nahen Osten nehmen zu. Die Blockade gegenüber Katar und die saudische Anti-Korruptions-Kampagne verunsichern die Märkte, während die Risiken in Russland und der Türkei scheinbar fast schon zur Gewohnheit geworden sind.

Weltweiter Schuldenberg wächst auf Rekordhoch

Auch die weltweiten Schuldenberge geben weiter Anlass zur Sorge: Mit 226 Bio. US-Dollar haben sie einen neuen Höchststand erreicht. Gerade hochverschuldete Unternehmen in den Schwellenländern können damit leicht unter Druck geraten, wenn die Zinsen steigen. Die Zinspolitik der FED wird vor diesem Hintergrund ein weiteres Zünglein an der Waage werden, das im kommenden Jahr maßgeblich über Wohl und Wehe der internationalen Wirtschaftskondition mitbestimmt.

Unabhängig vom konjunkturellen Umfeld erfordert auch die steigende Zahl von Großinsolvenzen mehr Aufmerksamkeit. So mussten im ersten Quartal dieses Jahres weltweit 74 Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Mio. Euro Insolvenz anmelden. Das sind 30 mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Dabei sollte man nie unterschätzen, dass jede Großinsolvenz zu einem branchenübergreifenden Risiko für Lieferanten und Dienstleister in der Wertschöpfungskette werden kann.

Weitsichtige Unternehmen stellen sich deshalb auf die verschiedensten Szenarien ein, indem sie ihre Kreditrisiken kritisch analysieren und absichern. Denn Stillstand angesichts bestehender Risiken können sich die wenigsten leisten. Vielmehr gilt es, sich in einem Umfeld zunehmenden globalen Wettbewerbs auf wichtigen Märkten zu positionieren oder zu behaupten, selbst in schwierigen Fahrwassern.

Die deutsche Industrie wird auch 2018 vor Herausforderungen stehen. Globalisierung, Digitalisierung und das regulatorische Umfeld sind einige Beispiele. Als führender Kreditversicherer ist es unser Ziel, deutsche Unternehmen bei der Navigation in der Welt des Wandels bestmöglich zu unterstützen. Ein Erfolgsfaktor, um die Zukunft gemeinsam erfolgreich gestalten zu können, wird das Teilen von Wissen sein.

In diesem Prozess kommt der Digitalisierung eine wichtige Rolle als Katalysator zu. Unsere einmaligen Erfahrungen mit Bonitätsrisiken sind in Form von umfangreichen Unternehmensinformationen in unserer hauseigenen Datenbank hinterlegt. Im Kontext mit spezifischen Markt- und Brancheninformationen ergeben diese Daten ein aussagekräftiges Risikobild für die Geschäftstätigkeit unserer Kunden.

Wirtschaftsjahr bleibt in guter Erinnerung

Das deutsche Wirtschaftsjahr 2017 wird sicherlich in guter Erinnerung bleiben. Das sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass einzelne Sektoren bereits mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die sie auch im nächsten Jahr begleiten dürften. Besonders betroffen sind der Einzelhandel und die Automobilindustrie.

Trotz positiver Durchschnitts-Statistiken zur wirtschaftlichen Gesamtlage hat die Zahlungsunfähigkeit einiger international tätiger Konzerne bereits 2017 zahlreiche Zulieferer und Kunden in Bedrängnis gebracht – auch in Branchen, denen weiterhin gute Wachstumschancen attestiert werden. Vor Überraschungen scheint daher kein Unternehmen gefeit zu sein. Es ist daher unser Ziel bei Euler Hermes, diese Unternehmen als Navigator der Wirtschaft mit relevanten und zeitgemäßen Lösungen zu unterstützen.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft.

Bild: Ron van het Hof (Quelle: Euler Hermes)

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