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“Insurtech-Investoren werden langsam nervös”

20.11.2017 – Michael H. Heinz BVKDer Innovationsdruck bei Versicherern und ihren Vertrieben wächst, Insurtechs wittern ihre große Chance, die Marktspannung steigt. Und die Vermittler? Sie müssen sich nun die Frage stellen, ob sie so weiter machen wie bisher oder doch neue Horizonte erobern. BVK-Chef Michael H. Heinz mahnt zur Besonnenheit. Seiner Meinung nach hätten sich viele Versprechen der “hippen Start-ups” bisher nicht erfüllt. Die Kunden blieben aus.

VWheute: Müssen sich die Vermittler angesichts digitaler Konkurrenz neu erfinden?

Michael H. Heinz: Die Konkurrenz durch Insurtechs ist gar nicht so groß, wie häufig angenommen. Im Gegenteil: Wir stellen in letzter Zeit fest, dass sich die Branche der Insurtechs in einer Art Rückwärtsgang befindet. Viele Versprechen der hippen Start-ups haben sich bisher nicht erfüllt, die Kunden bleiben aus und die Wagniskapitalgeber werden langsam nervös.

VWheute: Müssen die Vermittler nichts besser machen?

Michael H. Heinz: Die Frage ist nicht, was die Vermittler besser machen müssen, sondern wie man die Potenziale beider Geschäftsmodelle effektiver verzahnt: Hier könnten z.B. die Insurtechs einen Support bei Risikoanfragen anbieten, mit dem Vermittler besser Vertragsabschlüsse generieren könnten.

VWheute: Was sind die Ihre Kernforderungen an die neue Regierung? Was Ihre größten Kritikpunkte?

Michael H. Heinz: Wir fordern die neue Regierung auf, nach der Umsetzung der IDD keine neue Regulierung vorzunehmen, damit Versicherungsvermittler ihren sozialpolitischen Auftrag auch in Zukunft erfüllen können.

Die bestehenden Regulierungen sind erst einmal zu evaluieren und gegebenenfalls zu entbürokratisieren, wenn ein Nutzen im Sinne des Verbraucherschutzes nicht erkennbar ist und der Wettbewerb erschwert wird. Ein Infrage stellen unseres Vergütungssystems lehnen wir ab, ebenso wie eine zwingende Provisionsoffenlegung.

Wir plädieren zudem für mehr Flexibilität in Vergütungsfragen. Außerdem sollten weitere Anreize zur Förderung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge geschaffen werden. Dabei sollte nicht auf marktverzerrende staatliche Altersvorsorgeexperimente gesetzt werden, wie das einer sogenannten “Deutschlandrente”.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Michael Stanczyk.

Bild: Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (Quelle: BVK)

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