Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 


- Anzeige -

Insurtech-Erklärung: Verzweifelter Schrei nach Liebe

16.01.2017 – berliner_digital_erklaerung -Erstmals kamen 26 Insurtech-Unternehmen zusammen und unterzeichneten die “Berliner Digital-Erklärung”, ein Forderungskatalog an Versicherer. Ganz oben auf der Liste: Die Bestandsübertragung an die neuen Player soll beschleunigt werden. Verständlich, schließlich sind die meisten Start-ups reine Online-Makler. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass Versicherer sich das Tempo ihrer Digitalisierungsprozesse durch Insurtechs diktieren lassen.

Um sich als digitaler Makler durchzusetzen, müssen Knip, Asuro und andere Anbieter alle von den Versicherern per Post zugeschickten Policen der Kunden erst einscannen. Daran habe sich bis heute nur wenig geändert. Als Pacemaker der Branchendigitalisierung wollen Insurtechs diese Missstände mit einem Forderungspapier in Richtung Versicherungswirtschaft beheben und hoffen, dass die Politik ihre Eigeninitiative unterstützt.

Dabei klingt die “Berliner Digital-Erklärung” wie ein verzweifelter Versuch, sich am Markt Gehör zu verschaffen und das Geschäftsmodell zu retten. “Die Versicherer sollen den Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur beschleunigen, um letztlich die Bearbeitungszeiten von datenbezogenen Dienstleistungen zu reduzieren”, heißt es in dem Papier, welches einzig Financefox nicht unterschrieb, weil es “nicht ausformuliert” sei. Angetreten um die Versicherungsbranche zu revolutionieren, verfallen Insurtechs in Ohnmacht angesichts der Abhängigkeit von den großen Playern. Diese wiederum betrachten die Newcomer nicht als Konkurrenz, gehen mit ihnen Vertriebspartnerschaften ein oder übernehmen gleich den ganzen Laden, wie W&W kürzlich bei treefin.

Denn im Kerngeschäft der Versicherer, bei Versicherungsangeboten, liegen die besten Chancen der Insurtechs nur in Nischenbereichen wie situativen oder Community-basierten (P2P-)Ansätzen wie bei Friendsurance, lautet das Fazit einer Studie von Oliver Wyman und Policen Direkt. Das war es auch schon mit der Disruption. Auch Bafin-Präsident Felix Hufeld kann nur wenig Innovatives an den neuen Playern erkennen, nur den Vertrieb werden sie verändern, sagte er im VWheute-Interview.

In der Tat haben Insurtechs gerade im Versicherungsvertrieb leichtes Spiel. Viele ältere Makler drücken sich vor der Digitalisierung, dabei haben sie in ihrem Arbeitsalltag mit Herausforderungen zu kämpfen, die sie ohne geeignete technische Unterstützung nicht mehr meistern können, sagt Versicherungsexperte Matthias Beenken.

“Alteingesessenen Maklern fehlt die digitale DNA und sie werden ihre Kundenstämme nicht verteidigen können”, prognostiziert Knip-Chef Dennis Just. Der digitale Angriff der jungen Wilden gilt somit den Offline-Maklern, nicht etablierten Versicherern. Deren Kapital, Kauflaune und Kooperationsbereitschaft, bestimmt nach wie vor die Existenz der Insurtechs. (dg)

Bildquelle: berliner-digital-erklaerung.de

__________

Weitere Schlaglichter bei VWheute:

Talanx-Finanzvorstand Immo Querner im Interview: “Versicherer sind keine Zockerbuden”
Investments in Infrastrukturprojekte stehen bei Versicherern hoch im Kurs. Querner kritisiert, dass die Anzahl der ausgeschriebenen Projekte sehr begrenzt sei, und längst nicht jedes Angebot sich lohne. Bei einem Durchschnittsinvestment von 50 Mio. Euro müsse man rund 500 Angebote durchleuchten.

Falschberatung treibt Weltmeister ins Dschungelcamp
Rund jeder vierte Kicker ist nach seiner aktiven Karriere pleite oder überschuldet, berichtet die Fußballervereinigung VDV. Schuld an der Misere sind häufig schlechte Finanzberater. Viele Akteure, sehen in zweifelhaften Reality Shows einen letzten Ausweg zur Aufbesserung knapper Budgets. Nun trifft auch Thomas Häßler diese zweifelhafte Ehre. Am Freitag zog der Weltmeister ins Dschungelcamp.

Drohnen sind die Zukunft der Versicherungsbranche
Viele Marktbeobachter betrachten Drohnen als eine weitere, für den Versicherungsmarkt zukunftsweisende Technologie. Laut PricewaterhouseCoopers haben Drohnen vor allem in der Schadenabwicklung ein großes Zukunftspotential.

Bäte: Trump wird Allianz helfen
Allianz-CEO Bäte über Trump, Jobverluste bei der Allianz und Zinsen.

Autor:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten