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Huk: “Wir müssen uns fragen, wie wir den direkten Draht zum Kunden behalten”

25.01.2018 – Dr. Joerrg Rheinlaender_HUKWer sich für Kfz-Versicherung interessiert, schaut im Januar nach Goslar. Wie jedes Jahr findet dort im Rahmen des Deutschen Verkehrsgerichtstages der Goslar Diskurs statt. Thema: Wie kommt man vom PKW oder von der Police zum Mobilitätsservice? Jörg Rheinländer, Vorstand Autoversicherung der Huk-Coburg und Teilnehmer der Veranstaltung, schildert seine Befunde.

VWheute: Warum ist der Automative-Markt für Versicherer so attraktiv und welche Rolle spielt er in der heutigen Zeit?

Jörg Rheinländer: Uns treiben Verschiebungen in der Wettbewerbslandschaft an. Wir müssen uns in unserer Hauptsparte, der Kfz-Versicherung, einem starken Verdrängungswettbewerb stellen. Dieser wird nicht nur innerhalb der Branche ausgelöst, sondern auch von branchenfremden Wettbewerbern. Branchengrenzen verschwimmen, neue Wettbewerber entstehen, seien es etablierte Player oder aber auch Start-Ups. Außerdem verändern sich Kundenverhalten und Kundenerwartungen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in diesem Bereich für uns immer noch ein elementar wichtiges Produkt, weil es jeder Autobesitzer haben muss. Der Versicherer, der hier seinen Job gut macht, empfiehlt sich beim Kunden auch für andere Produkte.

VWheute: Welche Vor-und Nachteile haben die Versicherer in diesem Wettbewerb gegenüber der Automobilindustrie?

Jörg Rheinländer: Die entscheidenden Faktoren sind heute immer noch Preis, Service und Leistung. Als preiswerter, serviceorientierter Anbieter kommt uns dies entgegen. Deshalb haben wir in den letzten Jahren davon profitiert. An dieser Ausrichtung halten wir fest. Wir werden auch in Zukunft konsequent daran arbeiten, unsere Kostenführerschaft zu behaupten, unsere Spitzenstellung in der Autoversicherung zu festigen, aber auch unsere Marktstellung noch in anderen Bereichen weiter auszubauen.

Ein zusätzlicher Vorteil für uns ist, dass wir laufenden Kundenkontakt haben. Uns sind die Fahrer und ihre Fahrzeuge bekannt. Da sind die Auto-Hersteller in einer vergleichsweise schlechteren Position. In der Regel liegen dort nach zwei bis drei Jahren nach Verkauf keine Informationen zum Kunden vor. Allerdings ist die Kundenschnittstelle Dreh- und Angelpunkt vieler Geschäftsideen und damit für alte und neue Player im Mobilitätsumfeld von hohem Interesse.

VWheute: Wie geht die Huk in diesem Ringen vor und welche Rolle spielen dabei vollumfängliche Mobilitätsservices?

Jörg Rheinländer: Hier sind vor allem zwei Themen maßgebend: Zum einen ist hier der Trend zum automatisierten Fahren. Denn dieser verändert das Umfeld für die Mobilität erheblich. Das Spielfeld wird neu aufgeteilt, auch zwischen Versicherern und Automobilherstellern. Das zweite Thema ist die Veränderung der Geschäftsfelder durch die Digitalisierung. Herkömmliche Anbieter wie Hersteller, Händler und Versicherer versuchen gleichermaßen, den Kunden mehr Produkte und mehr Dienstleistungen anzubieten. Aber auch neue Wettbewerber wie Google, Amazon oder Apple sind an den Daten interessiert, die aus den Fahrzeugen stammen. Der Trend jedenfalls geht zum Aufbau selbstständiger Geschäftsfelder. Wir nennen sie gerne “Ökosysteme”. Es geht für uns nicht mehr nur darum, gute Versicherungslösungen anzubieten. Wir müssen uns fragen, wie schaffen wir es den direkten Draht zum Kunden zu behalten.

VWheute: Wie geht das konkret?

Jörg Rheinländer: Unser Blick richtet sich dabei auf die Kunden und ihre Lebensbereiche, zum Beispiel Mobilität. Aber nicht nur. Auch die Themen Gesundheit, Zuhause und Familie spielen eine wichtige Rolle. Versicherung soll für sie einfacher werden und gleichzeitig Mehrwert bieten. Natürlich haben wir bereits neue Produkte, die der veränderten Wettbewerbslandschaft gerecht werden, zum Beispiel den Unfallmeldestecker, unseren Inspektionsservice oder unser Telematikprodukt Smart Driver. Aber auch die Autofinanzierung kann bei uns abgeschlossen werden. Außerdem testen wir neue Angebote, wie beispielsweise unsere Autowelt. Wir werden weiter alle Möglichkeiten zur Prozessoptimierung und Digitalisierung nutzen, um unsere Kosten im Griff zu halten.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

Bild: Jörg Rheinländer (Quelle: Huk)

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