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Historischer Umsatzsprung bei der Axa

24.02.2017 – thomasBuberl_akDer Axa-Konzern steigerte dank eines starken Leben-Geschäfts den Nettogewinn um vier Prozent auf 5,83 Mrd. Euro, der Umsatz legte 2016 um zwei Prozent auf 100,19 Mrd. Euro zu. Die deutsche Tochter meldete eine kräftige Gewinnsteigerung aufrund der verbesserten Profitabilität der Lebens- und Krankenversicherung. Kein Interesse zeigte CEO Thomas Buberl für das deutsche Leben-Geschäft des kriselnden Generali-Konzerns.

Wenn überhaupt, werde es Zukäufe in Asien bis zu einer Höhe von drei Mrd. Euro geben. “Kleine M&A-Deals machen keinen Sinn, ebenso ganz große, da wir bereits ein großer globaler Player sind”, sagte Buberl der Financial Times vor der Bilanz-Veröffentlichung. Man habe durch viele große Akquisitionen mittlerweile eine “kritische Größe” erreicht. Der gemessen am Marktwert zweitgrößte Versicherungskonzern Europas erzielte erstmals in seiner Geschichte einen Umsatz von mehr als 100 Mrd. Euro. Dabei machten Zuwächse im Versicherungsgeschäft Rückgänge in der Vermögensverwaltung (-9%) mehr als wett. Axa hatte zuletzt in schnell wachsende Bereiche sowie in Schwellenländer investiert, um das durch anhaltend niedrige Zinsen erlahmte Wachstum anzukurbeln.

Buberl will die Anteilseigner mit einer um sechs Cent auf 1,16 Euro je Aktie erhöhten Dividende an dem Gewinnplus teilhaben lassen. Experten hatten sich jedoch bei beiden Werten etwas mehr erhofft, deshalb lagen Axa-Papiere am späten Nachmittag leicht im Minus.

Im Schaden- und Unfallgeschäft verdankte Axa den Anstieg der Einnahmen auf 35,6 Mrd. Euro vor allem durchgesetzten Preiserhöhungen bei den Kunden. So stand dem Umsatzplus von drei Prozent ein Preisanstieg von 2,7 Prozent gegenüber. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich um einen halben Prozentpunkt auf 96,5 Prozent. Der Umsatz im Lebens- und Spargeschäft legte um zwei Prozent auf 60,3 Mrd. Euro zu. Im Asset Management sank er um drei Prozent auf 3,71 Mrd. Euro. Die Solvenzquote lag Ende des Jahres bei 197 Prozent, vor einem Jahr waren es 205 Prozent.

Sorge um “Frexit”

Buberl sprach von soliden Zahlen in einer herausfordernden Umwelt mit Niedrigzinsen in Europa und politischen Unsicherheiten in den USA und den Brexit-Folgen. Unsicherheitsfaktor Nummer Eins bleibt die in zwei Monaten stattfindende Präsidentschaftswahl. Der Sieg der Front-National-Chefin Marine Le Pen, die den EU-Austritt forciert, wird immer wahrscheinlicher. Schon erörtern Banken und Unternehmen Pläne für ein solches Szenario,  das einem Super-Gau für Axa und auch deutsche Versicherer gleichkommen und das Ende des EU-Binnenmarktes einläuten würde.

Anfang des Jahres berichteten Medien, dass der ehemalige Axa-CEO Henri de Castries bei einem möglichen Wahlsieg des konservativen Kandidaten François Fillon einen Regierungsposten erhalten könnte. Wegen der Scheinbeschäftigungsaffäre ermittelt seit dem 25. Januar die Staatsanwaltschaft gegen Fillon. In Umfragen machte er zuletzt gegen seinen unabhängigen Rivalen Emmanuel Macron Boden gut. Beide würden laut Demoskopen Le Pen in der Stichwahl besiegen. (vwh/dg)

Bild: Thomas Buberl, Vorstandsvorsitzender der AXA SA (Quelle: ak)

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