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Greco legt Stellenabbau ad acta

11.08.2017 – Mario Greco - ZurichDie Zurich hat im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich zugelegt und damit alle Erwartungen übertroffen. Mit einem Gewinn von 1,238 Mrd. US-Dollar legte der Schweizer Konzern gegenüber dem Vorjahreszeitraum um satte 13 Prozent zu. Die Analysten wird es freuen, hatten diese doch im Vorfeld mit schlechteren Zahlen gerechnet. Durchatmen können auch die Angestellten: Von einem Stellenabbau will Konzernschef Mario Greco wohl vorerst nichts mehr wissen.

So scheint der eingeschlagene Kurs des 58-jährigen Neapolitaners beim Schweizer erste Früchte zu tragen. Zwar stieg der Betriebsgewinn im ersten Halbjahr nur leicht auf 2,167 Mrd. US-Dollar (2016: 2,163 Mrd.). Dennoch konnte der Schweizer Versicherer in allen Konzernsparten nach eigenen Angaben deutliche Fortschritte vorweisen.

Allerdings verzeichnete die Zurich in der Schaden- und Unfallsparte (P&C) gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Gewinnrückgang um 15 Prozent auf 1,020 Mrd. US-Dollar (2016: 1,204 Mrd.). Die Schaden-Kostenquote stieg leicht auf 99,5 Prozent (2016: 98,1 Prozent). Die Prämieneinnahmen gingen um drei Prozent auf 18,005 Mrd. US-Dollar (2016: 18,517 Mrd.). Dabei war der “Einfluss von Naturkatastrophen leicht höher als saisonüblich”, hieß es bei der Zurich.

Deutlich erfreulicher lief die Geschäftsentwicklung hingegen in der Lebensparte mit einem satten Gewinnplus von 16 Prozent auf 650 Mio. US-Dollar (2016: 562 Mio.) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Die Prämieneinnahmen gingen zwar um drei Prozent auf 14,361 Mrd. US-Dollar (2016: 14,842 Mrd.) zurück. Allerdings konnte der Konzern im Neugeschäft mit einem Plus von drei Prozent auf 2,275 Mrd. US-Dollar (2016: 2,203 Mrd.) punkten. Gleichzeitig hält die Zurich nach eigenen Angaben an ihrem Fokus auf fondsgebundenen Produkte und den Risikoschutz fest.

Sparkurs zahlt sich aus

Der binnen Jahresfrist angekündigte Sparkurs zeigt indes Wirkung. So konnte die Zurich die Kosten in diesem Jahr um bislang 550 Mio. US-Dollar zurückfahren. Dennoch können die Angestellten des Konzerns vorerst durchatmen. Der angestrebte Stellenabbau scheint erst einmal vom Tisch zu sein. “Dieses Ziel zur Streichung von 8.000 Jobs existiert nicht mehr. Das war nie Teil unserer strategischen Ziele”, betonte Greco am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Zwar schaue man alle Kostenebenen an, allerdings habe man noch keine spezifischen Zahlen für den Personalbestand oder einen Personalabbau.

Jedenfalls zeigte sich der Zurich-Chef mit dem bisherigen Sparkurs des Schweizer Versicherers zufrieden. So habe man den Sparhebel vor allem bei der IT und den Lieferantenverträgen angesetzt. Zudem habe man auch am Hauptsitz entsprechend Kosten sparen können. “In relativ kurzer Zeit haben wir schon mehr als ein Drittel des Ziels erreicht. Das ist gut. Damit sind wir zufrieden”, betonte Greco.

Greco sieht Zurich auf Gewinner-Kurs

Kein Wunder also, dass der Kapitän des Schweizer Versicherers von seinem Sparkurs überzeugt ist, zählt er sich doch bereits zu den Gewinnern einer bevorstehenden Marktbereinigung in der Versicherungsbranche. “Wir haben derzeit ungefähr 4.000 Versicherer in Europa, ungefähr weitere 4.000 in den USA und viele in Asien, deren Zahl schwer zu schätzen ist. Aber diese Zahl ist klar zu hoch. Wir werden in einigen Jahren deutlich weniger Assekuranzen haben. Der Grund dafür ist nicht, dass die Marktbedingungen so schwierig sind, sondern dass der Markt in Bewegung geraten ist”, konstatierte Greco jüngst im Handelsblatt.

Eine konkrete Zahl vermied er zwar. “Aber es werden sehr viele sein. Die Versicherungsbranche wird keine homogene Industrie mehr bleiben, wo in einem Jahr alle ein bisschen wachsen oder ein bisschen verlieren. Der Markt wird sich drastisch in Gewinner und Verlierer aufteilen”, prognostiziert Greco. (vwh/td)

Bild: Mario Greco, Vorstandsvorsitzender der Zurich (Quelle: Zurich)

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