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GDV warnt auf Hannover-Messe vor Cyber-Risiken

24.04.2017 – it_rechenzentrum_foto_deutsche_telekom“Internetkriminalität gehört inzwischen zu den Top-Drei-Risiken für Unternehmen. Als verlässlicher Partner der deutschen Wirtschaft hat der GDV mit den Musterbedingungen ein modernes und sehr weit gehendes Bedingungswerk geschaffen, das speziell kleinen und mittelständischen Unternehmen hilft, die Gefahren der IT-Nutzung zu minimieren.”

Mit diesem Zitat erläutert Edgar Martin, R+V-Vorstand für das Ressort Kompositversicherungen, den Nutzen der Bedingungen für die Unternehmen. Wie aktuell das Thema für Industrie und Handel ist, unterstreicht die Präsenz des GDV auf der Industrieschau Hannover-Messe, Halle 27, Stand H29, die heute für die Öffentlichkeit beginnt. Das Motto ist die Zusammenarbeit von Robotern und Mensch. Wenn mechanische Helfer und Software immer stärker in die Produktion eingebunden werden, steigt die Gefahr, dass ein Cyberangriff die Herstellung lahmlegt oder erheblich stört. Es drohen Millionenschäden, wie die Versicherungsbranche erkannt hat und mit den Musterbedingungen Rechnung trägt.

Alle Unternehmen von Cyber-Angriffen bedroht

Nicht nur der GDV hat die Wichtigkeit von Cyber-Abwehr erkannt. IT-Sicherheit ist auf der Hannover Messe ein ständiges Thema. Andreas Teuscher, Leiter der Fachgruppe Cybersecurity des ISACA, einem globaler Berufsverband für IT-Revisoren, erläutert heute, den Nutzen eines Prüfleitfadens, den ISACA in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelte. Der Sicherheits-Check soll auch kleinen und mittleren Unternehmen ermöglichen, ihren Schutz an die wechselnden Gefahren anzupassen. Am Donnerstag wird Stefan Schwerdtner, Geschäftsführender Gesellschafter der Cratos GmbH, über den Schutz und die Überwachung von Industrie 4.0 Komponenten in Zeiten von Cyber War sprechen. Weitere Fachvorträge zum Thema können mit der Suchfunktion der Aussteller- und Produktsuche gefunden werden.

GDV am Puls der Zeit

Das nicht nur große Unternehmen der Gefahr von Hacker-Angriffen ausgesetzt sind, berücksichtigt auch die GDV-Vorlage, die neben einer reinen Versicherungslösung auch präventive Maßnahmen enthält. Mittels einer Risikoprüfung können die Unternehmer Schwachstellen in ihrer IT aufspüren und so ihr Sicherheitsniveau erhöhen. Dadurch könnten viele kriminelle Handlungen bereits im Vorfeld verhindert werden, erläutert Edgar Martin. Hintergrund für die Aktivitäten des GDV ist, dass Cyber-Risiken noch immer von vielen Unternehmen, vor allem in Klein-und Mittelbetrieben unterschätzt werden. Das birgt Risiken, denn bereits jeder vierte Mittelständler (28 Prozent) habe bereits finanzielle und materielle Schäden durch Attacken aus dem Netz erlitten, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag des GDV zeige.

Die Versicherung leistet nicht nur bei Datenklau und Betriebsunterbrechungen, sondern übernimmt auch Kosten für IT-Forensiker oder Krisenkommunikation. Dazu GDV-Präsident Alexander Erdland: “Die Versicherungswirtschaft kann so als Teil der Lösung dazu beitragen, den Kampf mit den Cyberkriminellen aufzunehmen.”

Die unverbindlichen Musterbedingungen für die Cyberversicherung sollen Versicherern die Entwicklung eigener Angebote erleichtern. Für Unternehmen und Makler sind sie zugleich ein Vergleichsmaßstab, um Versicherungsangebote zu bewerten. Damit Versicherer vor Abschluss eines Vertrages das individuelle Risiko eines Kunden einschätzen können und das Unternehmen mögliche Schwachstellen der IT-Sicherheit erkennt, hat der GDV einen unverbindlichen Risikofragebogen entwickelt.

Auch Versorger in Gefahr

Was alles passieren kann, wenn kriminelle Hacker aktiv sind, zeigt ein Beispiel aus Ettlingen. Die dortigen Stadtwerke ließen ihre Verwundbarkeit für Cyberangriffe testen und waren überrascht. Der mit dem Hackerangriff beauftragte Computerfachmann brauchte nur wenige Minuten, bis er das Passwort herausgefunden hatte, um sich in das Netz einzuloggen. Es wäre ein Leichtes gewesen, 40 000 Stromkunden und einen Großteil der 200 000 Wasserkunden von der Versorgung abzuschneiden.

Solche Angriffe könnten bald Normalität werden. Cybercrime soll inzwischen nach dem Drogenhandel und der Prostitution umsatzstärksten Zweig der Kriminalität sein. In Deutschland betrug die Schadenssumme in den Jahren 2015 und 2016 mindestens 100 Milliarden Euro. (vwh)

Bild: IT-Rechenzentrum (Quelle: deutsche Telekom)

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