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Gamification im Vertrieb: Wer zockt, gewinnt

21.08.2017 – originalPreviewJWAb Dienstag verwandelt sich Köln in eine gigantische Zockerwiese, wenn die Spielmesse Gamescom ihre Pforten öffnet. Die Branche boomt: Insgesamt 2,7 Mrd. Euro setzen deutsche Unternehmen mit Computer- und Videospielen um. Was das mit den Versicherern zu tun hat? Spielerische Ansätze bieten durchaus interessante Impulse für den Vertrieb. Durchgesetzt haben sie sich aber noch nicht.

Rund 900 Aussteller aus mehr als 50 Ländern werden in der Domstadt ihre Highlights präsentieren – darunter viele Spiele-Titel, die Gamer aus Deutschland zum ersten Mal anspielen können. Eröffnet wird das Großereignis erstmals von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Wissenschaftlich gesehen bedient sich Gamification bei Konzepten und Methoden aus den Bereichen Verhaltens- und Motivationspsychologie, User Interface Design sowie Game Design und beruht auf der sogenannten intrinsischen Motivation. Das bedeutet, dass die Motivation durch die Aktion ausgelöst wird.

Der Spieler vergisst Raum und Zeit dabei und gerät in den sogenannten Flow. Im Gegensatz zu “Serious Games”, die Mehrwerte über ein ganzes Spiel vermitteln, konzentriert sich Gamification auf den gezielten Einsatz einzelner, spielerischer Elemente, die in spielfremdem Kontext angewandt werden.

Auch die Finanzbranche hat Gaming auf dem Bildschirm. Die Programmierer des Berliner Digital Labs von Ergo etwa haben sich eine Zahnputz-App für Cyber-Kids ausgedacht. Kinder clicken auf das Smartphone ihrer Eltern (oder ihr eigenes, je nachdem) und bekommen dann vom “Putzhelden” Kai (ein sprechender Zahn) erklärt, wie man sich richtig die Zähne putzt.

Die Sparkassen Direkt hatte für ihren Telematik-Tarif einen “Fahrer des Monats” mit einer Prämie belohnt. Voraussetzung: vorbildliche Fahrweise. Die Düsseldorfer sind Pionier in dieser Technik, haben aber den Tarif 2016 aus Kostengründen wieder eingestellt. Die Nachfrage war zu gering.

Die Generali will mit Vitality versuchen, spielfreudige Smartphone-User zur Steigerung ihrer realen (nicht virtuellen) Fitness (nicht Score) zu animieren. Punkte gibt‘s für Vorsorgetermine beim Arzt, physiche Bewegung und für den Einkauf (nicht Verzehr) gesunder Lebensmittel.

Interessant sind die Lösungen der Heidelberger Insinno. Vier ehemalige SAP-Leute entwickeln seit 2010 Beratungstools für Rechner. Die Oberfläche ist visuell angereichert und führt Versorgungslücken im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen.

“Während er im Gespräch nur passiv agieren kann, soll der Kunde zum Abschluss aktiv eine Entscheidung für sein Leben, seine Familie oder seine Zukunft treffen”, sagt Insinno-Geschäftsführer Christian Michel. “Dabei fehlt ein wichtiger Schritt, der die Entscheidung deutlich erleichtern würde: eigenes Erleben und emotionale Verknüpfung.”

Der Kunde klickt sein Gehalt von links nach rechts, die Lücke wächst mit jedem neuen Familienmitglied: Das Insinno-Programm visualisiert, was Kunden verdrängen: Die Versorgungslücke.

Roboadvisory mit einem Hauch von Menschlichkeit also – Finanzberatung könnte einfach sein. (vwh)

Bildquelle: Gamescom

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