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Ergo und die Medien: Zeit für einen Neustart

08.03.2017 – 459992_web_R_by_Christian Evertsbusch_pixelio.deImmer wieder Budapest, immer wieder Ergo. Dieser Eindruck könnte entstehen, wenn über den Versicherer berichtet oder gesprochen wird. Ja, die Ergo hat Fehler gemacht und operativ auch heute nicht wenige Baustellen. Und ja, ein Unternehmen im Change-Management-Prozess bietet reichlich Angriffsfläche. Doch diese immer wieder für pauschale Schlussfolgerungen zu nutzen, scheint zumindest fragwürdig.

Dabei zeigt die Ergo, dass sie gewisse Reibungspunkte auch produktiv nutzen kann. Mit dem im Juni vergangenen Jahres vorgestellten Strategieprogramm machte der Versicherer deutlich, dass er sich künftig auf das Wesentliche konzentrieren will. Unternehmerische Kernthemen wie Digitalisierung, Bündelung des Vertriebs, Kostensenkung und Stellenabbau stehen oben auf der Agenda. Für Nebengeräusche bleibt bei diesem strammen Programm wenig Zeit.

2016 verbuchte die Munich-Re-Tochter mit 40 Mio. Euro zwar erneut rote Zahlen, die Verluste fielen im Vergleich zum Vorjahr jedoch deutlich geringer aus. Im vierten Quartal erzielte der Erstversicherer einen Gewinn von 70 Mio. Euro. Vorbei also die Zeiten des Aufruhrs?

Nur bedingt. Gibt man heute bei Google das Stichwort “Ergo” ein, ist von Skandalen eigentlich nur noch wenig zu spüren. Eigentlich, denn Budapest kocht immer wieder auf. Noch immer erhitzt es die Gemüter, so scheint es. Aktuell etwa berichtet das Spiegel Magazin über einen Versicherungsmanager, der die berühmten Sex-Partys organisiert haben soll. Für das Image des Unternehmens sicher nicht zuträglich.

Der Ergo Konzern seinerseits ging bei diesem delikaten Thema wohl zu sehr auf Distanz, wusste nicht richtig damit umzugehen. Wie also etwas abschließen, mit dem man am liebsten gar nichts zu tun gehabt hätte?

Vielleicht ist dem Versicherer in der Imagedebatte nun ein kleiner Geniestreich gelungen, auf den man lange gewartet hat. Mit Oliver Stock könnte ausgerechnet ein Journalist die Never Ending Story tatsächlich zu Ende bringen. Der Content-Experte und designierte Leiter Corporate Communications & Brand Management von Ergo hat nämlich selbst eine Vergangenheit beim Handelsblatt. (mst)

Bild: Christian Evertsbusch / pixelio.de

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Weitere Schlaglichter bei VWheute:

Versicherungskarrieren: Frauen auf dem Weg nach oben
Wie jedes Jahr wird am Weltfrauentag über die Ungleichheit zwischen Mann und Frau beim Einkommen, bei politischen Rechten und der gesellschaftlichen Anerkennung diskutiert. Wie sieht es in der Versicherungsbranche aus? Knapp die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind weiblich, bei 31 der 59 größten Versicherungen in Deutschland war 2016 mindestens eine Frau im Vorstand.

Bader: “Wir stehen zu den Garantien”
Das Urteil des BGH, das es Bausparkassen erlaubt, Verträge zu kündigen, die nur als Sparverträge genutzt werden, hat heftige Diskussionen ausgelöst. Zugleich wurde die Frage gestellt, ob auch die durch die Niedrigzinsphase arg gebeutelten Lebensversicherer zu ähnlichen Maßnahmen greifen könnten. Guido Bader, Vorstand und Aktuar der Stuttgarter Lebensversicherung, kann das Urteil im Exklusiv-Interview mit VWheute rein ökonomisch nachvollziehen.

Axa steigert Gewinn und Prämieneinnahmen
Die Deutschlandtochter der Axa hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut zugelegt. Wie der Versicherer mitteilte, stiegen die Einnahmen um 1,1 Prozent auf 10,71 Mrd. Euro (2015: 10,59 Mrd.). Der Gewinn nach Steuern stieg ebenfalls um 6,8 Prozent auf 545 Mio. Euro (2015: 510 Mio.). Allerdings stieg auch die Schaden-Kostenquote um 3,8 Prozentpunkte auf 97,3 Prozent (2015: 93,4 Prozent).

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