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Ergo drückt Gewinn der Munich Re

08.02.2017 – von_bomhard_akMunich Re-Chef Nikolaus von Bomhard gehört zweifellos zu den Granden der Versicherungsbranche. Zwölf Jahre lang steuerte er den Rückversicherer souverän durch die Untiefen des Marktes. Wenn er im April das Steuer an den neuen Kapitän Joachim Wenning übergibt, wird er sich mit eher durchschnittlichen Zahlen verabschieden – dank den Launen der Natur und der Ergo.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Gewinn des Rückversicherers auf 2,6 Mrd. Euro (2015: 3,1 Mrd.). Das war noch etwas weniger als von Analysten erwartet – und der dritte Gewinnrückgang in Folge. Die gebuchten Bruttoprämien gingen auf 48,9 Mrd. Euro (2015: 50,4 Mrd.) zurück. Allein in der Rückversicherungssparte sanken die gebuchten Bruttobeiträge leicht auf 27,8 Mrd. Euro (2015: 28,2 Mrd.). Die Schaden-Kosten-Quote stieg hingegen deutlich auf 95,7 Prozent (2015: 89,7 Prozent).

Dabei machte dem Rückversicherer vor allem die hohe Schadenbelastung im vergangenen Jahr zu schaffen. Besonders zu Buche schlugen im letzten Quartal 2016 vor allem Hurrikan Matthew mit einer Schadenssumme von 232 Mio. Euro sowie ein Erdbeben in Neuseeland mit einer Schadensbelastung von 251 Mio. Euro. Größtes Schadensereignis waren hingegen die Waldbrände in der kanadischen Provinz Alberta, die den Rückversicherer insgesamt 404 Mio. Euro gekostet haben. Insgesamt belief sich die Schadensbelastung in 2016 auf 1,5 Mrd. Euro. Davon entfielen 0,9 Mrd. auf Naturkatastrophen und 0,6 Mrd. auf von Menschen gemachten Großschäden, die sich auf eine Vielzahl von Einzelereignissen – darunter Feuer-, Explosions- und Haftpflichtschäden verteilen.

Weiter schwer zu schaffen macht dem Rückversicherer die Erstversicherungstochter Ergo. Aufgrund von Abfindungen im Zuge des Stellenabbaus im vergangenen Jahr steckt die Ergo weiterhin mit rund 40 Mio. Euro (2015: 200 Mio.) in den roten Zahlen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Munich Re jedoch wieder mit einem Gewinn. Ein Minus verzeichnete die Ergo auch bei den gebuchten Bruttoeinnahmen, die in 2016 auf 16,0 Mrd. Euro (2015: 16,5 Mrd.) zurückgegangen sind. Die Schaden-Kosten-Quote sank in Deutschland auf 97,0 Prozent (2015: 97,9 Prozent). Größte Schadensereignisse im deutschen Geschäft waren die Unwetter Elvira und Marine/Neele, die mit jeweils rund 16 Mio. Euro zu Buche schlugen.

Bei der Erneuerungsrunde verzeichnete die Munich Re einen Ratenabrieb um ein halbes Prozent, im Vorjahr hatten die Preise noch um ein Prozent nachgegeben. Insgesamt ging das zum Jahresbeginn gezeichnete Geschäftsvolumen um 4,9 Prozent auf 8,5 Mrd. Euro zurück. Hoffnungen setzt der Rückversicherer jetzt auf die Erneuerungsrunden in Japan (1. April) sowie in den USA und Lateinamerika sowie Australien (1. Juli).

Mit einem Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe trug auch das frühere Health-Geschäft nochmals zum Konzerngewinn bei. Etwa 140 Mio. Euro (2015: 90 Mio.) betrug der Gewinn in der Gesundheitssparte, welche die Erwartungshaltung des Rückversicherungskonzerns nicht erfüllen konnte. “Die Wachstums- und Ertragsziele des Geschäftsfeldes MH haben sich insgesamt nicht realisiert”, hieß es kürzlich bei der Munich Re.

Dennoch sei man “mit dem Ergebnis 2016 zufrieden. Mit unserer starken Marktposition, unserer Kundennähe und erfolgreichem Kapitalanlagemanagement konnten wir den niedrigen Zinsen und dem intensiven Wettbewerb auf den Rückversicherungsmärkten weitgehend trotzen”, konstatiert Finanzvorstand Jörg Schneider. Freuen können sich die Aktionäre dennoch, will der Rückversicherer in diesem Jahr eine Dividende von 8,60 je Aktie ausschütten – einem Plus von 35 Prozent gegenüber 2015. “Wir möchten die Dividende aufrechterhalten und weiter steigern”, kündigte Schneider an. Auf dem Frankfurter Börsenparkett kamen die Zahlen jedoch nicht so gut an. Gegen Mittag war die Aktie mit einem Minus von rund einem Prozent Schlusslicht im Dax. Am Ende des Tages lag der Verlust bei rund 0,65 Prozent.

Die Papiere der Konkurrenz aus Niedersachsen stiegen dagegen. Der einheimische Rivale Hannover Rück und sein Mutterkonzern Talanx haben das Jahr 2016 mit deutlich mehr Gewinn abgeschlossen als geplant (siehe UNTERNEHMEN & MANAGEMENT). (vwh/td)

Bild: Nikolaus von Bomhard, scheidender Vorstandschef der Munich Re (Quelle: ak)

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